Deutsche brauchen keine Greencard - und andere Dinge, die Amerikaner zu wissen meinen

Dieses Thema im Forum "Lounge" wurde erstellt von Lileigh, 2. Dezember 2009.

  1. Lileigh

    Lileigh Active Member Ehe-GC

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    Eben, und es kommt auf die Ecken an. Je schlechter das Schulsystem, desto groesser die Defizite. Die einzigen Amerikaner, die ich hier in den acht Jahren kennengelernt habe, die etwas Ahnung von anderen Laendern haben und ihrem eigenen Land, sind die, die tatsaechlich mal in der Welt unterwegs waren. Der Grossteil davon reist sehr gerne, der Rest war im Ausland stationiert und kennt sich tatsaechlich sehr gut aus.
    Der Rest...tja...

    Desweiteren habe ich hier mittlerweile zwei Kinder in der Schule. Der Grosse wechselt nun nach den Sommerferien auf die High School. Haette er keine Mutter, die damals schon Geographie und Erdkunde geliebt hat (LK) und schon als Mini jeden Atlanten als Bilderbuch hatte, haette der keine Ahnung. Das Wissen ueber andere Laender kam nur minimal dran und das meiste davon war ueber die USA. Da musste man mal die Bundesstaaten lernen und auch deren Hauptstaedte, aber das war's auch schon. Wissen ueber Europa, Afrika, Asien? Das kam gar nicht dran...

    Und das sehe ich auch bei meiner Tochter. Da werden fremde Kulturen und Laender nur zum Thema wenn irgendwelche Feiertage anstehen. Bestes Beispiel Weihnachten und dann wird den Kindern der Stuss mit der Weihnachtsgurke im Baum als deutsche Tradition verkauft oder steif und fest behauptet, dass bei uns auch der Weihnachtsmann am Weihnachtsmorgen kaeme. Der kommt sicherlich in einigen Regionen und noch dazu am Heiligabend, aber wir haben nun mal auch das Christkind; und Knecht Ruprecht sollte man auch nicht vergessen. Und dann haetten wir ja auch noch den Nikolaus am 6. Dezember...
    Aber da nimmt man sich einfach nicht die Zeit den Kindern das richtige zu vermitteln.

    Schwerpunkt in den Schulen ist hauptsaechlich alle Schueler fuer die standardized tests fit zu machen. Da bleibt keine Zeit fuer Abweichungen oder andere wichtige Faecher.
    Fuer meinen Sohnen haben wir jetzt unter anderem als Wahlfach in 9. Klasse "world history" gewaehlt. In der 9. Klasse das allererste mal mit Weltgeschichte in Beruehrung zu kommen, ist schon arg spaet. Und wenn er beispielsweise in der 10. kine Lust mehr darauf hat, hatte er nur ein ganzes Jahr Weltgeschichte in seiner gesamten Schulkarriere und sollte er darin auch noch schlecht sein, hat er einfach ueberhaupt keine Ahnung. Und ein Land, das sich gerne in allen Lagen als "greatest nation" hinstellt, sollte der naechsten Generation doch bitteschoen etwas mehr als nur Mathe und Lesen mitgeben. Globalisierung funktioniert eben nicht ohne gute Allgemeinbildung. Und da, finde ich, gibt es schon gravierende Unterschiede.

    In einem meiner letzten collegekurse (arbeite am Bachelor) sollten wir die economy von Entwicklungslaendern analysieren. Die folgenden Laender wurden von vielen Mitstudenten als Entwicklungsland eingestuft: Schweiz, Australien, Belgien, und Frankreich. Das sind zum Teil erwachsene Menschen, in Positionen mit Verantwortung und dem Wunsch nach noch mehr. Da stand ich mit meiner Analyse ueber Bangladesh so ziemlich alleine da.
     
  2. whitesnake64

    whitesnake64 Member Greencard

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    Sehr viele Amerikaner sind der Meinung, dass Immigranten wie ich keine Steuern zahlen müssen. Finde ich ein sehr negatives Gerücht.
    Dann natürlich die Visa Problematik. Wenn ich dann aber meine Story erzähle, sehe ich einen ungläubigen Ausdruck.
     
  3. mariella

    mariella Member

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    Ab nächstem Semester werde ich in den USA europäische Geschichte an der Uni unterrichten. Ich bin schon SEHR gespannt drauf :D
    Wurde von meinen Kollegen schon drauf vorbereitet, dass Lesen auch ein Problem ist und dass Texte mit mehr als 10 Seiten schon eine Überforderung sind. An der UNI. Leute...

    Die Leute mit denen ich bisher zu tun hatte, kannten Deutschland alle ganz gut, im Mittleren Westen haben aber viele ja auch deutsche Vorfahren und beschäftigen sich daher damit.
    Aber jetzt speziell wo welche Städte in Deutschland liegen wusste keiner. Und was jetzt Österreich ist auch nicht so richtig.
     
  4. Mona

    Mona Member

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    Es kommt immer darauf an....
    Meine beiden Kinder sind hier zur Schule gegangen, Tochter auf Privatschule, Sohn auf staatliche. Beide durften sich ihre Schule frei waehlen. Wir Eltern haben da keinen Druck ausgeuebt.
    Mein Sohn hat eine sehr gute Ausbildung in nahezu allen Faechern erhalten, trotz staatlicher Schule. Allerdings hat er die AP Kurse besucht, im letzten Schuljahr schon Dual Enrollment, also halb Schule, halb College. In Geographie ist er eine Niete, weil ihn das noch nie interessiert hat, selbst im "Heimatkundeunterricht" in Deutschland hat er schon abgeschaltet.
    Wenn er irgendwo hin will, bucht er eben einen Flug und wartet ab, dass der Pilot den Weg findet.
    Wenn man ihn fragen wuerde, wo Wien liegt, haette er keine Ahnung. Ausser, wenn da die naechste Fussballweltmeisterschaft stattfinden wuerde, dann wuerde er die Lage aller Stadien und die infrage kommenden Hotels kennen.

    Meine Tochter hat trotz privater Schule andere Defizite, in Sprachen ist sie weltklasse, in Geographie gut, in Mathe ebenso, in Chemie und Physik hakt es dagegen.

    Ich glaube es haengt hier mehr als in Deutschland davon ab, wie sehr sich Eltern fuer die Ausbildung der Kinder interessieren und was sie den Kindern mit auf den Weg geben.
    Meine Kinder wussten von klein auf, dass Bildung enorm wichtig ist und sie haben immer danach gestrebt, viel zu lernen, haben allerdings ihre persoenlichen Prioritaeten gesetzt und das finde ich auch gut.

    Lange Rede kurzer Sinn, ueberall kann man eine gute Ausbildung erhalten, wenn man denn will.
     
  5. ItsJustMe1977

    ItsJustMe1977 Active Member Citizen

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    Klar das wenn er sich nicht für Geographie interessiert kaum Ahnung hat, aber als Geographiestudent MUSS man mehr wissen als die Allgemeinheit.

    Die Hauptstatdt von Turkmenistan oder Kasachstan weiss ich auch nicht...aber zumindest wüsste ich so pi mal Daumen wo diese Länder liegen.

    Ich könnte auch nicht alle Länder von Afrika richtig anordnen...ich wüsste wohl, das sie in Afrika liegen und auch wieder relativ grob wo, aber nicht hundertprozentig.

    Aber ich bin ja auch kein Geographiestudent ;)

    Dafür würde ich bei Mathe selbst beim 8. Schuljahr komplett durchfallen! :D
     
  6. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    Ich bin megaschlecht in Geographie...muss ich leider zugeben. :ohshit
     
  7. Emmaglamour

    Emmaglamour Active Member Greencard

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    Was hast Du denn nur ständig mit den Hauptschülern? Merkwürdige Fixierung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (habe auf die Schnelle die Daten von 2012/2013 gefunden) besuchen lediglich 14% der Sek-I-Schüler eine Hauptschule (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Publikat...Blick0110018149004.pdf?__blob=publicationFile). Das ist kaum repräsentativ.

    Oder willst Du ausdrücken, dass ein Universitätsabschluss in den USA in etwa gleichbedeutend ist mit einem Hauptschulabschluss in Deutschland? Dann nähern wir uns an...
    So ist es. Es geht ums Testbestehen, nicht um Wissensvermittlung. Ist hier in FL auch so. Freunde von mir, die in verschiedenen Funktionen für den Schulbezirk arbeiten, sehen das übrigens ganz genauso; und wenn schon Lehrer und Schulamtsmitarbeiter genau das bestätigen, dann ist da wohl 'was dran und es geht hier nicht nur um die verschrobene Sichtweise mitteleuropäischer USA-Einwanderer.
    :up
    Und diese Kommilitonen haben keins auf den Deckel bekommen??? Ich bin fassungslos, mal wieder.
    Darauf kommt's nicht an. Geografie ist ein wichtiger Aspekt der Allgemeinbildung, umso mehr, je stärker die Globalisierung fortschreitet. Und dabei geht's keineswegs ums "welcher Fluss fließt wo" und "was ist die Hauptstadt von sowieso", sondern es geht um gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Aspekte, die man nun mal kennen sollte, ob sie einen privat brennend interessieren oder nicht.
    Ignoranz ist keine Tugend. Woher weiß er überhaupt, wo er hinwill, wenn er die anderen Länder gar nicht kennt?
    Dein in Deutschland geborener Sohn hat keine Ahnung, wo die geschichtlich immens wichtige Hauptstadt eines Nachbarlandes liegt und die Mutter findet das auch noch in Ordnung? *headdesk*
    Stimmt. Und genau das ist ein Armutszeugnis für die USA. Wobei man auch in Deutschland erkennen kann, wessen Eltern den Fernseher für einen geeigneten Babysitter hielten/halten und in welchem Haushalt Bücher nicht nur farblich nach Einband sortiert zur Dekoration auf dem Wohnzimmerregal standen/stehen.
     
  8. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Wie haben sie wohl reagiert, als sie feststellten, dass zwei ihrer Entwicklungsländer unter den 10 reichsten Ländern (Australien Platz 10 und Schweiz Platz 9) der Welt zu finden sind? :haha
     
  9. Kryptos

    Kryptos Troll, unerwünscht

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    Nun, zumindest bei Belgien und Frankreich hatten sie recht.;)
     
  10. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Ich muss direkt mal diesen alten Thread ausgraben :baumpflanzen
    Wir hatten uns auch beim letzten Urlaub in den :usa ein :auto gemietet und sind damit fleißig rumgefahren und sind deswegen auch mit Amerikanern ins Gespräch gekommen und zwar von ganz unterschiedlichen Leuten aus unterschiedlichen Bundesstaaten, aber immer mit der gleichen Frage: "Wie macht Ihr das in Euorpa beim Grenzübertritt und von Rechts- auf Linksverkehr wechseln müsst?" oder auch: "Ist es sehr schwierig, hier in den USA auf der rechten Seite zu fahren?"
    Und gern wurde uns erklärt, dass in Italien Linksvekehr herrscht, weshalb man (also ein US-Bekannter), sich im Europa-Urlaub kein Auto mieten würde.
    Hab letzte Nacht dann mit einem US-Bürger eine Unterhaltung :tippsel gehabt, weshalb Amerikaner solche Sachen einfach nicht wissen. Meinte er, dass Amis einfach total ungebildet und ignorant seien und er es sich vorstellen kann, dass seine Mitbürger auch meinen könnten, dass man in :cad und Mexico ebenfalls links fahren würde.

    Ich mein, wenn man irgendeine TV-Produktion aus Europa sieht, oder ein Nachrichtenbeitrag, da sieht man doch auf welcher Straßenseite die Autos fahren. :hmm

    :stirnklatsch
     
  11. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    Echt? Das habe ich noch nie gehoert, also das mit dem Linksfahren.
     
  12. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Bis zum letzten Urlaub hatte ich das auch noch nicht gehört. :haha

    Nachtrag: Vielleicht outen sich andere Amerikaner auch als so unwissend, wenn man ihnen vorschlägt sich bei ihrem Europa-Trip ein Auto zu mieten :kicher
     
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  14. Ayne

    Ayne Active Member

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    Hab das bis jetzt erst in Irland gehört, als wir uns vor ein paar Jahren mit amerikanern unterhalten hatten, da ist ja auch Linksverkehr. Mehr als die üblichen Abenteuer, die wir auch kannten, waren es aber nicht.
    Was den Bildungshorizont angeht, sieht halt wohl fast jeder seinen Herkunftsort als das Zentrum des Universums, auch und vor allem der Europäer und Deutsche, wird man im Mittleren Westen der USA gross, so ist der Weg genauso weit nach Europa und in den Rest der Welt. Zum anderen halt auch eine Geldfrage.
     
  15. Wendy

    Wendy Active Member

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    Gibt halt immer solche und solche. Ich will auch gar nicht alle Amerikaner über einen Kamm scheren - es hängt etwas davon ab, wo man die Leute kennenlernt (ich bin überzeugt, daß man mancherorts auch höchst unwissende Europäer kennenlernen kann).

    Die schulische Wissensvermittlung in den USA ist halt auch sehr auf "Inlandswissen" ausgelegt - das reicht für viele Menschen auch fürs ganze Leben. Die USA sind nunmal zumindest auf 2 Seiten von viel Wasser umgeben und direkt angrenzende Nachbarn gibts nicht soviele. Da muß man sich nicht mit soviel Wissen über andere auseinandersetzen.

    In Europa ist das - auch historisch gesehen - nunmal anders. Zum einen - durch die über Jahrhunderte wechselnden Grenzen und "staatszugehörigkeiten" und Allianzen war es sowieso häufig schon so, daß man sich etwas mehr damit beschäftigen mußte, was überm Tellerrand vor sich ging. Dann gab es natürlich auch schon sehr lange Handelsbeziehungen - das war auf dem Landweg immer etwas einfacher als über den extrem langen Seeweg (und sooooo lange ist Amerika ja noch nicht entdeckt und erforscht).

    Und Europa "gehörte" halt auch historisch gesehen immer mal wieder mehr oder weniger zusammen - sei es durch Eroberung (Römer, Napoleon usw.), Allianzen (Heirats-Geschiebe der Königshäuser) oder Militär-Allianzen. Letztlich hat auch die Religion und der Papst Europa in gewisser Weise geeint bis zur Reformation als verbindendes religiöses Oberhaupt (zumindest für die einfachen Leute)-

    Da war letztlich niemand außer den Briten eine Insel - und die haben sich ihr eigenes Weltreich geschaffen....

    Wissen über die anderen war also immer wichtiger als in einem vergleichsweise isolierteren Umfeld. Zudem konnte man in Europa natürlich auf jahrhundertealte Bildungseinrichtungen zurückgreifen. In den USA mußte man das alles erst aufbauen - und in den Anfangsjahren war vermutlich Brot auf dem Tisch wichtiger als Bücher im Schrank. Eine Wertschätzung von universeller Bildung wächst nicht von heute auf morgen. Meiner Meinung nach in manchen Gegenden auch nicht in 100 oder 200 Jahren. Und die Wahrnehmung der Tatsache, wie begrenzt das eigene Wissen überhaupt ist, die kommt ja auch nicht von ungefähr. Wenn man nie über seine Dorfgrenze hinaus gekommen ist (und es gibt halt ne Menge Amerikaner, die nie nennenswert weiter als ihr County gekommen sind), woher soll man wissen, wie die Welt aussieht? Erst recht, wenn der Alltag nach wie vor von einem gewissen Kampf ums pure "Überleben" geprägt ist (wenn der auch aussieht "von Paycheck zu Paycheck am unteren Rand der Armut").

    Wendy
     
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  17. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Ja komm schon, man sieht doch auch im TV oder Kino, auf welcher Straßenseite die Leute fahren. Ist ja nicht so, dass man in den USA wirklich nur US-Prodkutionen zu sehen bekommt.
    Vor allem waren es Amerikaner, die gern nach Europa reisen wollen, es stünde auf ihrer Bucketliste, da beschäftigt man sich doch ohnehin mit dem Kontinent oder wenigstens mit den Ländern.
    Aber das mir gleich zwei verschiedene Amerikaner unabhängig von einenader sagten, dass in Italien Linksverkehr herrsche... neee... geht gar nicht, da braucht man das auch nicht zu erklären versuchen.
    Immerhin gab der eine zu, dass (und die Verallgemeinerung kam von ihm) Amerikaner generell zu faul wären Sprachen zu lernen und sich mal ordentlich zu informieren.

    Und das im Internetzeitalter.... man man man
     
  18. Ace

    Ace Super-Moderator Mitarbeiter Moderator

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    Sehe ich eigentlich nicht so. Das schulische Wissen der Europäer ist sehr eurozentrisch. Man kennt sich in Europa aus, auch noch einigermaßen mit den USA aber damit hat es sich. Wer weiß denn großartig etwas über die Geschichte Japans, Chinas oder Indiens? Wer weiß, wo Laos liegt? Fährt man in Thailand rechts oder links? Ist für mich das gleiche in grün.
    Mal davon abgesehen hast du es aber auf den Punkt gebracht - es gibt solche und solche, wie überall.

    Könnte mir gut vorstellen, dass das auch einfach der belanglose Smalltalk der Amerikaner war und sie eigentlich gar nicht so großartig Interesse daran haben, nach Europa zu kommen. Ansonsten natürlich peinlich, das stimmt. ;)
     
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  20. Blauregen

    Blauregen Active Member

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    Ja nun, es gibt ja auch Deutsche, die irgendwohin auswandern und sich null vorbereiten und informieren ... Das füllt ganze Fernsehabende.

    Und wieviele Deutsche gibt es wohl, die es im Urlaub nicht mal merken würden, dass da Linksverkehr ist, weil sie gar nicht aus ihrer All-Inclusive-Hotelanlage rauskommen?

    Ich kenne auch in Deutschland genügend Leute, da frag ich mich, wer ihnen morgens die Schuhe zubindet. Aber ich denke doch, dass ich in den USA viel häufiger Fälle von mangelndem Allgemeinwissen angetroffen habe.

    Oft mag das aber an der anscheinend in den USA weit verbreiteten Lernmethode liegen, Wissen nur für die nächste Prüfung auswendig zu lernen, am liebsten mit Eselsbrücken. Wenn ich so lerne, bestehe ich zwar die Prüfung, aber drei Tage später hab ich alles wieder vergessen. Als ich meine Ausbildung dort gemacht habe, haben wir die Eselsbrücken von den Lehrern gleich mitgeliefert bekommen und es wurde auch unheimlich viel mit Listen and Repeat gearbeitet - also stumpfsinnigem Nachplappern. Die Kollegen haben dann zwar ihre Examen bestanden, aber den Unterrichtsstoff wirklich VERSTANDEN hatten sie keineswegs und waren damit auch nicht in der Lage, ihr Wissen später sinnvoll anzuwenden. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber ich denke, es traf bei gut dreiviertel aller Kollegen zu, und die meisten davon sind nun auch schon nicht mehr in dem Bereich tätig.
     
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  22. Wendy

    Wendy Active Member

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    Ich sage es mal so – bei uns gibt es auch teilweise eklatante Wissenslücken – und da muß man noch nichtmal weit gehen – ich kehre mal vor meiner eigenen Haustüre und sage ein Beispiel: (und dabei habe ich in jahrelang in der Reisebranche gearbeitet, bin ziemlich vielseitig interessiert, habe eine gute Allgemeinbildung usw.)

    Während ich im Gymnasium war, hat sich in Erdkunde der Lehrplan geändert. Im einen Jahr hatten wir da Bayern – normalerweise wäre im nächsten Jahr Deutschland intensiv beackert worden. Tja – das fiel dann aus – denn der Lehrplan sah auf einmal Europa außerhalb Deutschlands vor.

    Ich habe tatsächlich während meiner ganzen Schulzeit nie Deutschland samt seiner Bundesländer ernsthaft gelernt (von den neuen Bundesländern ganz zu schweigen – DDR wäre ebenfalls in bewußtem Jahr ein Thema gewesen….. und die Wende war nach meiner Schulzeit).

    Ich kenne mich in den Provinzen mancher exotischer Länder besser aus als in den deutschen Bundesländern. Gib mir eine deutsche Blankokarte und verlange von mir, die Grenzen der Bundesländer zu ziehen und ich werde kläglich scheitern. Ich kann Namibia besser platzieren als Rheinland-Pfalz.

    Für Amerikaner ist Italien so exotisch wie Südafrika oder Zypern – und ich möchte schwören, daß nicht jeder Deutsche mit Sicherheit sagen kann, ob in Südafrika oder auf Zypern rechts oder links gefahren wird. Und – um es ganz boshaft zu machen – ich glaube, so gut wie niemand weiß, daß die Schweden 1967 von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umgestellt haben…..
     
  23. Lileigh

    Lileigh Active Member Ehe-GC

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    Ich prangere das hier immer wieder an. Ich seh' s an meinen Kindern. Ich merk' es selbst waehrend ich am meinem B.S. arbeite. Das Material und die Lernmethoden sind so konzipiert, dass man es nur auswendig lernen kann. Staendige Wiederholungen bis es sitzt, damit man dann bei der eigentlichen Pruefung kein Problem mehr hat.
    Multiple-choice ist der groesste Mist. Wenn man etwas nicht weiss, kann man mit Glueck die richtige Antwort erraten.
    Ob man das neue Wissen aber anwenden kann, ist da nebensaechlich.
    Da hatte ich mich schon heftige Diskussionen, weil "this is how I learn best. Multiple-choice is fantastic, better than these long writing assignments." Waehrend bei diesen "long writing assignments" research und analysis gefragt ist, d.h. man muss schon etwas seinen Kopf anstrengen, faellt das beim multiple-choice Rotz weg.
    Meine Kinder finden das auch toll, aber wenn ich dann mal nachfrage, merke ich immer wieder, dass da noch riesige Luecken sind oder man einfach den Hintergrund nicht kennt.
    Btw, mein Sohn startete letztes Jahr in die High School und hatte zum ersten Mal Weltgeschichte. Ein Wahlfach, sechs Monate lange. Das war's. Weltgeschichte ging vom ersten Menschen bis hin zum 21. Jahrhundert. Ein Witz. Einmal kam er mit Hausaufgaben nach Hause: Er musste Pangaea auf Tonpapier kleben. 9. Klasse. Er selbst fand das albern ohne Ende.

    Naja, kann ja unter DeVos nur noch besser werden...*hust*

    Neulich hier im Radio. Gewinnspiel. Frage: Wieviele Sekunden sind in einer Stunde?
    Anrufer 1: 120
    Anrufer 2: Wenn 60 Sekunden in einer Minute sind und 60 Minuten in einer Stunde. Dann sind 1200 Sekunden in einer Stunde.
    Anrufer 3: 1200
    Anrufer 4: 1200

    Nr. 5 hatte dann die richtige Antwort und mein Mann nur: "NC math."
     
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  25. Snoopy04

    Snoopy04 Active Member

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    ...und wir haben zwischen der 5. und 10. Klasse in Erdkunde insgesamt drei Mal die Oberrheinische Tiefebene durchgenommen...
     
  26. Wendy gefällt das.

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