Kulturschock USA - Wie schlimm ist es wirklich?

sevil

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Citizen
was verkauft der denn?

Alles moegliche. Bei uns ist zur Zeit dieses Teil total IN wo man Hamburger mit formen kann. Meine Tochter glaubt das ich damit bessere Burger machen werde. Was will Sie mir nur damit sagen? :beleidigt
 

Hepkat

Member
Da ich nach Österreich übersiedelt habe, kann ich mich mit einigen dieser Beiträge identifizieren.

- das Schulsystem...ist jetzt kein richtiger Schock, aber einfach sooo anders

Ich war auch sehr schockiert vom Schulsystem hier. Die Schüler gehen nur halbtags in der Schule, haben keine Cafeteria oder bekommen kein warmes Essen (die meisten essen beim McDonald's, was Filialen neben jeder Schule fürsorglich eingerichtet hat), dürfen Kaffee trinken (kleiner Schock!), dürfen rauchen (GROSSER SCHOCK!!!), bekommen kein "Detention" und haben überhaupt keine "extracurricular activities" (ich persönlich war im Debating Club, School Choir, Drama Club, Science Club, habe den Computer Club gegründet, und war Mitgleid dutzender verscheiden Komitees)...das alles gibt hier überhaupt nicht!! Was machen die Kinder dann nach der Schule (ca. 12 Uhr)?

- Werbung...ich bin ja immer wieder begeistert *augenroll* von den Pillen, die das beste Stueck des Mannes vergroessern sollen und der Gleitcreme.

Ich LIEBE diese Werbungen und vermisse sie sehr!:applaus Man entdeckt viele nützliche Dinge vom Fernsehen um 3 in der Früh, die man nicht wusste dass man immer brauchte. Ich persönlich habe mehrere solche Dinge gekauft - Diätpillen, Muskelpillen, Pillen für die Katze, Automatischer Schlüsselfinder, Finder für den Automatischen Schlüsselfinder, Automatischer Katzenduscher...einfach Spass ohne Ende!

Aber wehe man sieht mal einen Nippel im TV...

Ich werde nie vergessen wie während meiner ersten Woche hier, ich eine so-gennante "Doku" über die Pornindustrie im öffentlichen Sender gesehen habe, völlig unzensiert und grafisch dargestellt. Ich war freudig überrascht...:sabber

Oder eben die ganz billige Werbung von lokalen Geschaeften...und von Wiener Works, Sonic und Wendy's will ich gar nicht anfangen...uebel

Ohh...Ich vermisse Wendy's!!! Sie machen den besten Hamburger unter allen!:up

- die vielen Hunde...hier hat irgendwie jeder einen Hund in der Nachbarschaft und keiner geht Gassi. Wozu gibt es denn Gaerten, nicht?^^

Hier hat jeder einen Hund, sie fahren mit im Bus, sitzen im Kaffeehaus und haben ihren eigenen Ombudsmann im Rathaus, aber was mich immer wieder schockiert ist dass keiner deren Kot entfernt! Es gibt also Hundekot überall, auf jedem Gehsteig und jeder Strasse, insbesondere gleich vorm Türeinstieg wo immer ich mein Auto abstelle :scheisse

- snowdays....1 inch Schnee und alles wird geschlossen.

Das ist vom Ort zu Ort unterschiedlich. Schneit es 1cm im NYC und sie erklären sofort ein "severe weather warning". In Buffalo, NY hingegen, braucht man wahrscheinlich 1 meter Schnee bevor man eine Wetterwarnung sogar bekommt.

- die vielen Kirchen und auch die Kirchenbauten...bei uns in der Gegend steht seit Monaten ein Zelt. Das bleibt auch...ist jetzt eine Kirche.

Das ist ja lustig! Auf einer Seite des Wohnhauses meiner Grossmutter gab's einmal so ein typisches Beauty Salon und auf der anderen ein Italian Deli, die beide leider Pleit gegangen sind. Am Weihnachten 2003 wurden die zwei leeren Lokale in Hüttenkirchen verwandelt, zwei verschiedene Konfessionen mit nur 5-10 Mitglieder. Zwei Monate später aber wurden sie zu völlig überfüllten nächtlichen Gottendienste mit ohrenzerreißendem Lärm (dank den zwei riesigen Lautsprecher die jede Kirche auf dem Gehsteig aufgestellt haben um miteinander zu konkurrieren) die bis eins oder zwei Uhr in der Früh dauern. Du kriegst keinen Sitzplatz in jeder von beiden Kirchen aufgrund der massenhaften Leute und in der Wohnung kriegst du auch keinen Schlaf aufgrund des Lärms...

auf beiden Seiten des Wohnhauses...

live...

in stereo...

jede Nacht.
 
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Mac

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Ehe-GC
Ich war im Schulchor und hab als Wahlfach Franzoesisch gehabt. Und meine Schule ging bis 13 Uhr und ein oder zwei mal die Woche bis 4 Uhr (kommt auf die Jahrgangsstufe an). Ich war eigentlich nie gelangweilt daheim, da ich genug Hausaufgaben auf hatte. Und wie dir mein Bruder mit teilen koennte, es gibt Detention :D. Wir hatten auch Kioske in der Schule mit belegeten Broetchen, Knopers, Milch, Saft etc. Aber ich hab meistens etwas von daheim mit bekommen. Als ich noch in der Grundschule war wurde mittags eh bei der Oma warm gegessen.
 

Ezri

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Administrator
Was machen die Kinder dann nach der Schule (ca. 12 Uhr)?


Also ich weiß nicht, was die Kinder in Österreich nach Schulschluß machen, aber in Deutschland geht man dann für gewöhnlich nach Hause, ißt Mittag, macht seine Hausaufgaben und geht dann seinen Freizeitbeschäftigungen nach. :hmm

https://https://www.usa-auswandererforum.com/usa-lounge/568-wir-waren-helden.html :D

edit: Ich war bei den Pfadfindern, später im Jugendrotkreuz und im Spielmannszug.
 

Mac

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Ehe-GC

Emmaglamour

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Ich war auch sehr schockiert vom Schulsystem hier. Die Schüler gehen nur halbtags in der Schule, haben keine Cafeteria oder bekommen kein warmes Essen (die meisten essen beim McDonald's, was Filialen neben jeder Schule fürsorglich eingerichtet hat), dürfen Kaffee trinken (kleiner Schock!), dürfen rauchen (GROSSER SCHOCK!!!), bekommen kein "Detention" und haben überhaupt keine "extracurricular activities" (ich persönlich war im Debating Club, School Choir, Drama Club, Science Club, habe den Computer Club gegründet, und war Mitgleid dutzender verscheiden Komitees)...das alles gibt hier überhaupt nicht!! Was machen die Kinder dann nach der Schule (ca. 12 Uhr)?
Ich kann natürlich nicht für Österreich sprechen, aber ich nehme an, dass es dort ähnlich läuft wie in Deutschland.

In Deutschland ist die Schule für die klassische Bildung zuständig, die Aktivitäten jenseits des Lehrplans finden i.d.R. außerhalb der Schule statt - wobei m.W.n. jede Schule zumindest ab der Mittelstufe auf freiwilliger Basis sogenannte AGs anbietet (ich habe über Schul-AGs beispielsweise Esperanto gelernt, im Schulchor gesungen, Theater gespielt und für die Schülerzeitung geschrieben; mein Bruder war in der Computer-AG).

Musisch-künstlerischen, sportlichen oder sonstigen Aktivitäten gehen deutsche Kinder und Jugendliche in Vereinen, Musikschulen, Klubs, etc. nach. Ich bin geritten, habe zwei Musik-Instrumente gelernt, Handball und Tennis gespielt, geturnt, Leichtathletik betrieben, getanzt, war bei der freiwilligen Feuerwehr, im Schützenverein und bei der Landjugend... Solche außerschulischen Aktivitäten haben den Vorteil, dass die Kinder/Jugendlichen Freunde außerhalb der Schule kennenlernen, sich auf neue/andere Lehrer/Trainer einstellen müssen, das Schulgelände auch mal verlassen - alles in allem werden da Beiträge zur Selbstständigkeit und Verantwortungsübernahme gefordert.

Was Du zum Mittagessen schreibst, kann ich nicht teilen. Ja, Schulen in Deutschland sind überwiegend Halbtagsschulen, danach gehen die Kinder zum Mittagessen nach Hause. Ich kenne kein Kind, dass nach der Schule bei McD einkehrt, und das könnte sich auch kein Kind, das ich kenne, leisten. Und wenn ich mir den fettigen, zuckrigen zerkochten Dickmacher-Fraß ohne Vitamine ansehe, der in der "Cafeteria" der Schulen serviert wird, die die Kinder meines Freundes besuchen, dann wünsche ich mir, dass die US-Kinder auch zum Mittagessen nach Hause gehen können und dort anständig gefüttert werden... Obst und Gemüse scheinen in diesen Schulspeisungen absolute Fremdwörter zu sein.

Und, ja, deutsche Kinder und Jugendliche, die das gern mögen, dürfen Kaffee trinken. Dafür sehe ich in den USA schon Kleinstkinder an der Colaflasche nuckeln - und das finde ich viel, viel schlimmer, weil da zum Koffein noch der immense Zuckergehalt dazukommt.

Ich LIEBE diese Werbungen und vermisse sie sehr!(...) Automatischer Katzenduscher...einfach Spass ohne Ende!
Was zur Hölle ist ein "automatischer Katzenduscher"? Gibt's davon ein Foto? ;)

Ich werde nie vergessen wie während meiner ersten Woche hier, ich eine so-gennante "Doku" über die Pornindustrie im öffentlichen Sender gesehen habe, völlig unzensiert und grafisch dargestellt. Ich war freudig überrascht...:sabber
Hahaha! :D

Als wir in Deutschland jeweils drei Monate im Jahr die NFL-Europe-Footballer zu Gast hatten, waren die immer völligst schockiert, dass man in Deutschland nackig in die gemischte Sauna geht. :D Und die nächtlichen Softpornos auf den Privatsendern erfreuten sich allen Sprachbarrieren zum trotz größter Beliebtheit... ;)

Hier hat jeder einen Hund, sie fahren mit im Bus, sitzen im Kaffeehaus und haben ihren eigenen Ombudsmann im Rathaus, aber was mich immer wieder schockiert ist dass keiner dessen Kot entfernt! Es gibt also Hundekot überall, auf jedem Gehsteig und jeder Strasse, insbesondere gleich vorm Türeinstieg wo immer ich mein Auto abstelle
Dass Hunde in Deutschland Bestandteil des Lebens sind, finde ich wunderbar, und mich stört es, dass man in den USA seinen Hund kaum irgendwohin mitnehmen kann. Naja, hier geht ja sowieso keiner mit den Kötern Gassi, und der "neglected backyard dog" ist der Standard - und das ist leider Tierquälerei. Der fast immer vernachlässigende und oft tierquälerische Umgang mit Hunden in den USA macht mich rasend - in Deutschland dagegen gehört Wissen um artgerechte Tierhaltung zum Allgemeinwissen.

Ich stimme Dir aber darin zu, dass in Europa der Hundekot ein Problem ist. Besonders schlimm finde ich es in Frankreich. In Deutschland ist's auch nicht toll. Allerdings ist es in den USA auch nicht perfekt. In unserer Straße hat jede/r mindestens einen Hund, und wir sind die einzigen, die die Hinterlassenschaften des Hundes einsammeln und entsorgen. Die anderen Hundebesitzer scheren sich sozusagen einen Scheiß um denselben...
 
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Ezri

Adminchen
Administrator
In der Schweiz stehen überall Robidogs, da sind kostenlose Hundekottüten dran. Wenns das in Deutschland auch so zahlreich gäbe, würde es auch mehr genutzt werden.
Die Robidogs (Hundekotmülleimer), Hundekottüten und Entleerung der Robidogs werden über die Hundesteuer finanziert.
 

Emmaglamour

Well-Known Member
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In der Schweiz stehen überall Robidogs, da sind kostenlose Hundekottüten dran. Wenns das in Deutschland auch so zahlreich gäbe, würde es auch mehr genutzt werden.
Die Robidogs (Hundekotmülleimer), Hundekottüten und Entleerung der Robidogs werden über die Hundesteuer finanziert.

Ich stimme Dir zu - wenn es mehr Möglichkeiten zur Entsorgugn gäbe, würde es auch mehr genutzt werden. Schon einen ganz normalen Mülleimer zu finden, ist in vielen Gegenden eine Herausforderung.
 
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