Kriminalität / wie "sicher" fühlt ihr euch?

Dieses Thema im Forum "Alltagsleben in den USA" wurde erstellt von Svenja2404, 6. April 2017.

  1. Svenja2404

    Svenja2404 Member

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    Blauregen: "bei der Pistole habe ich festgestellt, dass meine Trefferquote wohl hoeher sein wuerde, wenn ich direkt mit dem Ding schmeisse." da musste ich schon sehr schmunzeln, da kann ich mich nämlich nur anschließen. Selbst wenn nicht mal ne Patrone drin ist, hab ich immer Angst, dass bei sowas dann aufeinmal was losgeht und ich wild um mich schieße - mein Papa ist zwar Jäger und ich bin Waffen im Haus "gewohnt", dennoch ist es für mich sehr befremdlich, dann tatsächlich sowas mal in der Hand zu halten.


    "Ohne Pistole, aber mit Taschenlampe und Machete bewaffnet", meinst Du das Ernst? Also wirklich eine Machete? Ich weiß, die Situation ist überhaupt nicht lustig, aber das kam gerade so unerwartet dass ich doch schmunzeln musste - wie handhabt es sich denn generell mit solchen Waffen, die offensichtlich keine "Küchenutensilien" mehr sind - genauso Baseballschläger, Elektroschocker etc. - das ist hier ja alles verboten in DE.
     
  2. Blauregen

    Blauregen Active Member

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    Ja, wirklich eine Machete. Den Umgang damit bin ich gewoehnt, schon von klein auf. Beim Baeumefaellen entaste ich vorzugsweise damit und das ist auch mein Lieblingswerkzeug zum Anmachholz fabrizieren. Auch hier in Deutschland habe ich so ein schoenes Buschmesser rumliegen und bin auch damit schon mal die Treppe runter gegangen, als ich dachte, unten was komisches gehoert zu haben.

    Ich merke gerade, dass ich mich tatsaechlich schon einige Male "bewaffnet" habe, um etwaigen Eindringlingen zumindest einen Schreck einzujagen. Vor vielen Jahren hab ich mal meinem damaligen Chef fast eins mit einer vollen Glasflasche uebergezogen. Er war eigentlich raus zu einem Kunden, ich alleine im Laden. Allerdings hatte er noch was vergessen und ist dann zur Hintertuere wieder reingekommen, die wir sonst NIE benutzt haben. Als ich da was rappeln gehoert habe, hab ich mir einfach das erste gegriffen, was halbwegs als Waffe getaugt haette, und stand dann mit erhobener Flaschenkeule direkt vor ihm, als er reinkam. Die Tuer hat er nie wieder benutzt. :haha

    Edit: Ob das mit der Machete jeweils legal war, war mir in den Momenten absolut egal, daran hab ich ueberhaupt nicht gedacht.
     
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  4. Suze

    Suze Member Ehe-GC

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    Hmmm - ich glaube, wenn ich mich in meinem Heim dermassen unsicher fuehlen muesste, wuerde ich wohl alles dransetzen, woanders hin umzuziehen. Gut, ist natuerlich leicht gesagt, aber wenn ich mich in meinem eigenen Haus nicht sicher fuehlen kann, da leidet doch meine Lebensqualitaet gewaltig! Also waere fuer mich die logische Folge, baldmoeglichst umzuziehen
     
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  6. Blauregen

    Blauregen Active Member

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    Wir haben uns in Houston normalerweise relativ sicher gefuehlt. Zwar ist bei beiden Nachbarn rechts und links eingebrochen worden in der Zeit, als wir da wohnten, aber da waren sie quasi "selbst schuld". Die einen hatten ihr Tor im Holzzaun zum Backyard nicht zugeschlossen, da sind die Einbrecher in aller Seelenruhe reinspaziert und haben sich dann hinten beim Badezimmerfenster eben selbst rein gelassen, ohne dass wer was sehen konnte. Und bei den anderen liegt die Eingangstuere so schoen blickgeschuetzt in einem Winkel und war mal eben aufgeschubst. Das war auch nur so ein Witz von Tuer und die ganzen Beschlaege waren mit zwei duerren Schraeubchen im Tuerblatt angepinnt...

    Unser Haus hatte hohe Eisengitter zum Garten hin und auch vor der Haustuer. Und die waren immer abgeschlossen. Die Fenster hatten so eine Folie reingeklebt bekommen, die einerseits UV-Schutz bieten sollte, andererseits auch das Glas noch zusammenhalten, falls da ein Einbrecher oder ein Sturm reinhauen sollten. Keine uneinnehmbare Festung, aber das ganze hat es doch etwas schwieriger gestaltet. In den gut 2 Jahren, in denen wir in dem Haus waren, haben wir zumindest keine Einbruchsversuche feststellen koennen. Wenn ich an die Tuer ging und wer unbekanntes klingelte, dann hab ich das Gitter immer zu gelassen.

    Natuerlich haetten wir gerne in einer nobleren Gegend gewohnt, aber das war leider nicht bezahlbar. Allerdings konnte da genau so ein Scheiss passieren. Der damalige Freund unserer Kurzen hat in einer der "besseren" Gegenden gewohnt, dicht bei ihrer Schule, und eines Abends sassen sie da fest, weil es eine Schiesserei gegeben hatte und alles abgesperrt war. Mehrere Verletzte, ein Toter. Ueber Stunden war da alles dicht und man wusste nicht, ob der Taeter noch frei herumlaeuft oder nicht.

    Insgesamt war fuer mich das furchterregendste zu wissen, dass praktisch jeder Idiot bewaffnet sein koennte.
     
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  8. Ayne

    Ayne Member

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    Hm... noble Gegend....
    In Santa Monica wurde nachts auch schon geschossen, das habe ich vor ein paar Jahren von jemandem erfahren, der bewusst dort wohnt und zB. niemals in West Hollywood wohnen würde. Von da her...
    Die Sache ist einfach folgende: aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wenn wirklich eingebrochen worden ist, man sich sehr lange nicht mehr wohlfühlt in den eigenen vier Wänden. Das mag irrational sein, vor allem, wenn man die ganze Zeit meint, die kommen wieder, aber meiner Erfahrung nach nur schwer zu ändern.
    Damals waren sie so nett und kamen als wir nicht zuhause waren, im Nachhinein hatte sich herausgestellt, dass das Haus über längere Zeit beobachtet worden war. Es war die bessere Gegend einer europäischen Grosstadt.
     
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  10. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Die meisten Menschen sind nach einem Einbruch in ihre eigenen vier Wände traumatisiert. Sicherlich unterschiedlich stark, aber generell kann in so einem Fall eine Therapie nicht verkehrt sein.
     
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  12. Annö

    Annö New Member

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    Ich denke in Deutschland kann man sich ebenso unsicher fühlen, wenn man gerade zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Auch hier gibt es Gegenden, in denen man sich nachts als Frau besser nicht alleine aufhalten sollte.
    Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, ist es auch schon passiert, dass jemand nachts im Erdgeschoss durch die Terrassentür eingebrochen ist während wir eine Etage höher schlafend in unseren Betten lagen. Und das in einer Straße, wo es nur Eigentumshäuser gibt. Genauso sind auch schon Junkies bei meinem Bruder eingebrochen und haben seine Playstation mitgehen lassen, um an Kohle für Drogen zu kommen (die Playstation ist schon einen Tag später bei einem 2. Hand Elektrohändler in der gleichen Siedlung wieder aufgetaucht :mauer :D ).
    Einbrüche sind scheinbar überall an der Tagesordnung. Nur die Bewaffnung von Kriminellen in den USA und die fehlende deutsche Präzision beim Hausbau ist womöglich etwas furchteinflößender... :aufgeregt ;)
     
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  14. Ayne

    Ayne Member

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    Hm... und den interessiert es so überhaupt nicht, wo das angebotene Zeug herkommt??
     
  15. Annö

    Annö New Member

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    Aachen
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    Scheinbar ja doch, sonst wäre die PS ja nicht bei der Polizei gelandet, von der mein Bruder die dann nach einiger Zeit wieder zurück bekommen hat... ;)
     
  16. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Also ein ehrlicher Hehler :kicher ;)
     
  17. Ace

    Ace Super-Moderator Mitarbeiter Moderator

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    Also ich muss sagen, dass ich prinzipiell lieber das Risiko eines Einbruchs in Kauf nehme, als Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden. Dass die USA da ein Problem haben, ist unbestritten und Städte, die als sicher gelten, würden in Deutschland als Kriminalitätshochburgen gesehen.
     
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  19. Ayne

    Ayne Member

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    Glaubt man den Medien, so treiben sich in Deutschland auch Banden aus vornehmlich Osteuropa rum, die einigermassen systematisch die Wohnsiedlungen abarbeiten und mitnehmen, was sie bekommen können.
    Inweifern es aufgebauscht wird, kann ich nicht beurteilen, aber es kommt vor und ist für die Betroffenen sicher unangenehm.
    Hier in der Gegend soll vor ca. 1 Jahr bei einer Rentnerin eingebrochen worden sein, weg kamen die 400 Euro, die sie kürzlich bei der Bank abgehoben haben soll für sich. Zufall? Niemand weiss es.
    Von da her, passieren kann es überall.
     
  20. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    In Canandaigua habe ich mich sehr sicher gefuehlt, da passiert wirklich nicht viel.
    Allerdings haben wir ja Rochester in der Naehe, da ist die hoechste Moerderrate pro Einwohner, jedenfalls vor ein paar Jahren.

    Rochester: made for murder?

    Trotzdem fuehle ich mich auch dort in den meisten Gegenden sicher. Klar, es gibt ein paar dunkle Ecken aber die meisten Todesfaelle waren zwischen Gangmitgliedern. Da sollte man dann nicht dazwischenkommen.
     
  21. Blauregen

    Blauregen Active Member

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    Das dazwischenkommen hatte meine ehemalige Chefin auch nicht geplant, als sie vor einigen Jahren bei einem Spaziergang im Theatredistrict von San Francisco aus Versehen erschossen wurde. Kleiner Kollateralschaden einer Bandenschiesserei... :(
     
  22. Blauregen

    Blauregen Active Member

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    Da es gerade so "schoen" zum Thema passt...
    Mein Mann ist vorgestern abend in Houston niedergeschlagen worden. Zwei Schwarze hatten wohl Langeweile und waren auf Krawall gebuerstet. Erst behinderten sie schon auf der Strasse mit ihrem Auto alle moeglichen Leute, dann bogen sie auf den Hotelparkplatz ab, auf den auch mein Mann musste. Sie stellten sich irgendwie quer mitten in den Weg, mit offenen Autotueren. Naja, mein Mann hat sich trotzdem mit seinem Wagen vorbei gequetscht und das passte denen wohl nicht. Einer rastete voellig aus und bruellte rum, und der andere, eigentlich ruhigere, hat ihn dann ploetzlich von der Seite niedergeschlagen. Er war wohl kurz mal K.O., aber hat dann sofort angefangen, nach Hilfe zu schreien, Polizei usw... Da sind die zwei dann ganz schnell verschwunden.

    Er hat jetzt ein leicht geschwollenes Auge, Anzeige ist erstattet. Gestohlen ist nichts.
     
  23. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Kacke :(
     
  24. Ulrich

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    Wo?
     
  25. Blauregen

    Blauregen Active Member

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    Irgendwo oben bei Cypress
     
  26. Ulrich

    Ulrich Well-Known Member Citizen

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    Wenn er sich in so zwielichtigen Gegenden herumtreibt... :)

    Also nicht wirklich in Houston.
     
  27. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    Mal was zum Nachdenken. Wenn es jetzt Weisse gewesen waeren, haettest du dann auch gesagt, mein Mann ist von zwei Weissen zusammengeschlagen worden?

    Ich weiss, dass du nicht rassistisch bist, ich wollte damit nur sagen, dass das ein kleines bisschen immer in uns allen drin ist. Es ist doch eigentlich voellig unerheblich fuer den Beitrag welche Hautfarbe die Taeter hatten, trotzdem wird es so erzaehlt.
    Und so lange das so ist, geht es auch aus unseren Koepfen nicht raus.
     

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