Beziehung mit US-Soldat - Er muss zurück, ich bin im Studium

Dieses Thema im Forum "Alltagsleben in den USA" wurde erstellt von GA_Denise, 18. September 2017.

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Würdet ihr für die Liebe eure berufliche Zukunft riskieren - V.a. durch Studien-,Ausbildungsabbruch?

  1. Ja

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  2. Nein

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  1. GA_Denise

    GA_Denise New Member

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    Hallo liebe Community :engel

    mein Name ist Denise und habe dieses Forum hier entdeckt und hoffe, ihr könnt mir mit euren Tips und Ratschlägen ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. :up1

    Nun mal zu meiner Situation: Ich bin nun seit etwas mehr als 1 1/2 Jahren mit einem US-Soldaten zusammen und studiere im 3. Semester BWL an einer FH.
    So wie es aussieht, muss mein Freund zu beginn meines 4. bzw. 5. Semesters zurück in die Staaten und nun weiß ich nicht, was ich tun soll.
    Allgemein würde ich auf jeden Fall mit ihm in die Staaten gehen, da ich dort selbst Verwandtschaft habe (klar weiß ich nicht ob wir dort in die Nähe kommen würden) und auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitze, wodurch schonmal der Visumpapierkrieg wegfällt. Er möchte in den USA zusätzlich an ein College gehen und dann nach dem Studium gerne (natürlich nur wenn möglich) zurück nach Deutschland. Ich weiß, dass die Army da eher weniger Rücksicht nimmt, allerdings scheinen die Chancen nicht schlecht zu stehen.

    Nun ergibt sich mir das Problem, dass ich in Mitten meines Studium stehe (Regelstudienzeit: 7 Semester) und ja dann noch 3-4 Semester (sprich 1 1/2 bis 2 Jahre) vor mir habe. Ich weiß, die meisten werden sagen ich soll mein Studium zuende bringen, da das für die Zukunft wichtiger ist, allerdings ist mir meine Beziehung auch sehr wichtig und wenn es geht, würde ich eine Fernbeziehung gerne umgehen.
    Also versteht micht nicht falsch, ich möchte natürlich mein Studium abschlißen und eine gute Grundlage für einen späteren Job bilden. Allerdings möchte ich auch privat glücklich sein, deswegen frage ich um euren Rat. :)
    Ich bin wirklich sehr glücklich in meiner Beziehung und würde den Schritt wagen, mit ihm zusammen in die USA zu gehen.

    Wisst ihr, vielleicht aus eigener Erfarhung, ob es möchtlich ist, das BWL Studium in den USA fortzusetzen oder seht ihr da eher keine Möglichkeit? (Falls es von Bedeutung ist: ich habe die Fachhochschulreife)
    Abbrechen möchte ich mein Studium eigentlich nicht, da ich es ja jetzt schon bis hier hin geschafft habe und mir der Aufwand zu schade wäre, den ich bis hier her betrieben habe.
    Ich bin wirklich ein bisschen am Verzweifeln, da ich nicht weiß, ob es hierfür eine richtige Lösung gibt.

    PS: Über ähnliche Erfahrungen würde ich mich sehr freuen. Wie ist es euch ergangen? Wie habt ihr euch entschieden bzw. was habt ihr gemacht?

    Wenn ihr noch Fragen habt, beantworte ich sie gerne und ansonsten hoffe ich auf Antworten von euch und danke schonmal ganz herzlich im Voraus!!

    LG Denise
     
  2. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Ich mein, du kannst auch in den USA weiterstudieren, aber das ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor und Du müsstest alles anerkennen lassen, was Du bisher studiert hast. Wär ja schon blöd, wenn Du bisher für die Tonne studiert hättest.
    Mal schauen, was andere hierzu schreiben können :)
     
  3. Blauregen

    Blauregen Active Member

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    Ich kann Ezri nur beipflichten.

    Da ein Studium in den USA scheissendteuer ist, zieh das lieber hier noch durch. Ueber die euch ersparten Schulden werdet ihr euch sicher mal sehr freuen. Ab und zu mal rueber zu fliegen ist immer noch billiger als da zu studieren.

    Mein Mann und ich hatten auch immer mal wieder Fernbeziehung, auch schon recht frueh. Natuerlich hab ich da sehr gelitten, aber wir haben uns auch gesagt, wenn wir das ueberstehen, dann stehen wir alles gemeinsam durch. Das war zwar Kilometer-maessig laengst nicht so weit entfernt wie es bei euch dann waere, aber da damals das Internet noch nicht erfunden war, fuehlte es sich trotzdem an wie am anderen Ende der Welt. Zusammen sind wir seit 35 Jahren, verheiratet seit 28, derzeit ist es mal wieder eine Wochenend-Beziehung.
     
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  5. On-my-way-to-Kansas

    On-my-way-to-Kansas New Member

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    Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die Anerkennung der Credits in den USA weniger Probleme darstellte. Schließlich wurden die meisten deutschen Studiengänge mit dem Bachelor/Master-System auf standardisierte ECTS-Credits umgestellt. (Bei Studiengängen mit Staatsexamen kann das eventuell anders sein)

    Probleme hatte ich dann allerdings bei der Einschreibung in die jeweiligen Classes. Die Fortgeschrittenen Classes hatten alle jeweilige prerequisites. Um zum Beispiel Economic Forecasting belegen zu dürfen, musste ich vorher Statistik gehabt haben. Statistik stand auch auf meinem deutschen Uni Zeugnis (sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch; Sprache war also kein Problem), die dazugehörigen Credits wurden mir auch anerkannt, als prerequisite haben sie es aber trotzdem nicht anerkannt, sodass ich meinen Wunschkurs nicht einfach so belegen durfte. Um den Kurs trotzdem belegen zu können, hätte ich Einstufungstests und eine Art "Bewerbungsgespräch" mit den unterrichtenden Professoren führen müssen.

    Außerdem müssen bei vielen Unis International-Students oder Out-of-State-Students um einiges mehr zahlen als die einheimischen Studenten. Um das zu vermeiden reicht es meines Wissens auch nicht Staatsbürger zu sein, sondern man muss einen Wohnsitz seit x-Monaten in dem jeweiligen Staat haben. (Einige Unis verzichten aber auch auf die erhöhten Studiengebühren)
     
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  7. Calis

    Calis Member

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    Mach dein Studium fertig.
    Du hast ja auch Semesterferien, die du dann komplett in den USA verbringen könntest, was in etwa 5 Monate pro Jahr sind.

    1. Kosten des Studiums in den USA, wenn es doch nicht so klappt wie du es dir vorstellst, dann sitzt du mit nem Arsch voll Schulden vielleicht alleine dort fest.
    2. Findest du eine Uni in seiner Nähe, was bringt es wenn du in den USA studierst und 15-20 Std. mit dem Auto dorthin fährst? Da bist du mit dem Flieger von hier genau so schnell...
    3. Kann er dort auch schnell wieder weg sein und du sitzt alleine dort und brauchst evtl eine Unterkunft, die du dann zusätzlich finanzieren musst.
     
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  9. Lileigh

    Lileigh Active Member Ehe-GC

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    Hi Denise,

    Hier mal meine 2 cents.

    Zuerstmal musst du deine Sorge vor einer Fernbeziehung abstellen. Du bist mit einem Soldaten zusammen und musst somit immer damit rechnen, dass er deployed wird oder in Ecken stationiert wird, in die du nicht mit hinziehen kannst. Als "nur" Freundin hast du auch weniger Privilegien als eine Ehefrau. Sprich, das kann auch nochmals Nachteile bringen.
    Du hast zwar die US Staatsbuergerschaft, aber hast du schon laengere Zeit in den USA gelebt? Wenn nein, koenntest du alleine (und auch ohne groessere Unterstuetzung vom Umfeld) klarkommen, wenn dein Freund fuer laengere Zeit weg ist (e.g. deployments, field)? Man sagt so leicht, dass es alles machbar sei, aber ich kenne etliche, die waehrend deployments und anderen Auslandsaufenthalten der Ehemaenner wieder temporaer wieder zurueck in die Heimat sind, weil es einfacher war als alleine in den USA zu sitzen. Andere haben sich komplett getrennt, weil das Militaerleben nichts fuer sie war.
    Deswegen der Hinweis sich mit dem Thema Fernbeziehung auseinanderzusetzen und anzufreunden, gerade weil er Soldat ist (und wenn er eine Karriere anstrebt, sprich volles Programm bis retirement nach 20+ years).

    Schule...mach' das Studium in Deutschland fertig. Es kostet dich wesentlich weniger und du musst dich nicht ein halbes Leben lang mit der Zahlung der Schulden beschaeftigen. Mein Bruder war fuer ein Jahr hier drueben, wollte auch hier studieren und naeher bei seiner grossen Liebe sein. Ergebnis: Liebe vorbei und $12,000 Schulden, die abbezahlt werden muessen. Das fuer nur ein Jahr. Die Schulden haette er auch gehabt, wenn die Beziehung noch halten wuerde.
    Auch scheint ihr den Plan zu haben, irgendwann in Deutschland leben zu wollen. Da wuerde ich mir erst recht kein US Studium antun und lieber schauen, dass ich das angefangene Studium in Deutschland abschliesse. Die Trennung kann man mit gegenseitigen Besuchen ueberbruecken und Dank Skype & Co ist eine Fernbeziehung auch nicht mehr wirklich dramatisch.
     
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  11. GA_Denise

    GA_Denise New Member

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    Ja, das mit den Kosten ist mir bewusst (leider) :(
    Ich bekomme in meinem Studium ja Credits gutgeschrieben. Da habe ich eben ein wenig Hoffnung, dass diese anerkannt werden (zumindest zum Teil).

    Danke für die Antwort! :up1



    Ja, bei dem Kostenfaktor stimme ich dir voll und ganz zu! Ich hätte in D auch ein sehr teures Studium anfangen können, was ich dann nicht gemacht habe, da ich einfach nicht mit dem Gedanken, mit so vielen Schulden aus dem Studium zu gehen, klar gekommen bin. :schnueff
    Ich denke ich würde schon mit einer Fernbeziehung klar kommen, aber man ist halt einfach verwöhnt, da wir uns jedes Wochenende sehen können und ab und an auch mal unter der Woche, da ich "nur" 1 Stunde fahre.
    Mir ist ja auch klar, dass er sehr wahrscheinlich auch mal oder öfter für längere Zeit deployed wird und wir uns dann garnicht sehen und vielleicht auch nur wenig bis gar keinen Kontakt haben können. Nur denkt man sich auf der einen Seite, dass man es dieses Mal eben umgehen könnte, indem ich mit gehe, aber auf der anderen Seite kann es ja sein, dass er kurz darauf auch weg müsste und dann hätte ich meine "Zelte in D abgebrochen" und das teure Studium angefangen, bin aber letzendlich auch alleine in den USA.

    Natürlich bin ich auch der Meinung, dass es das Beste wäre, mein Studium in D zu beenden. Vielleicht steht ja auch das Glück auf unserer Seite und er kommt an einen Ort an dem eine der Partnerunis meiner FH ist.. Ist zwar eher unwahrscheinlich, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. :D1 In diesem Fall könnte ich ein Auslandssemester machen.
     
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  13. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Ich würde ein Auslandssemester aufjedenfall einer kompletten Auswanderung vorziehen. Und Fernbeziehungen sind ja zum Glück nur temporär. Hatte ich auch und damals gab es noch kein Skype, kein WhatsApp usw. Und nun sind wir auch schon über 14 Jahre verheiratet :)
     
  14. GA_Denise

    GA_Denise New Member

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    Auch dir erstmal vielen Danke für deine ausführliche Antwort! :up
    Also ich habe schon viel mit dem Gedanken einer Fernbeziehung gespiel. Gerade momentan, da er "im field" ist, stelle ich für mich fest, dass es schon eine zu meisternde Herausforderung ist. Klar ist das nochmal was anderes dann, aber das Prinzip ist ähnlich.
    Und mit dem deployment kann ich dir auch nur recht geben. Wie ich weiter oben in einer Antwort geschrieben habe, könnte es ja auch passieren, dass er kurz nachdem wir in den USA wären, in einen Einsatz muss. Das wäre dann auch nicht optlimal, wenn ich bedenke, dafür so viele Studiengebühren zu zahlen. Dann hätte ich ja auch in D bleiben können, weil es in dem Fall auf das Gleiche rauskommen würde.
    Und allgemein, haben wir auch vor, bevor er D verlassen müsste, zu heiraten, wenn natürlich bis da hin noch alles gut läuft und ich mir auch wirklich eine Ehe mit ihm vorstellen kann. Die schlechten Seiten als Ehefrau eines Soldaten sind ja doch schon nennenswert. Aber die Liebe kann man sich manchmal eben nicht aussuchen und auch wenn es vielleicht blauäugig gesagt ist, aber ich möchte es auf jeden Fall versuchen. :up

    Und es tut mir leid, dass deinem Bruder sowas passiert ist. 12000 ist echt ein großer Haufen und gerade weil die Beziehung nicht gehalten hat ist es echt schade. Wenn man sowas hört, denkt man schon lieber noch ein paar Mal nach, bevor man sowetwas entscheidet.
     
  15. GA_Denise

    GA_Denise New Member

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    Wenn das klappen würde, wäre es natürlich perfekt! Auslandssemester + Semesterferien... das wäre aufjedenfall machbar!
    Und das stimmt, Skype und Co vereinfachen das natürlich sehr
     
  16. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    Ich wuerde das Studium fertig machen, wie Lileigh schon sagte, mit einem US-Soldaten muss man immer damit rechnen. dass man monatelang getrennt ist.
     
  17. Ace

    Ace Super-Moderator Mitarbeiter Moderator

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    Die Übertragung der Credits sollte nicht so das ganz große Problem sein, allerdings hat man für einen US Bachelor durchaus andere Voraussetzungen als für einen deutschen. Sollte es dann doch mal wieder zurück nach Deutschland gehen, ist ein deutscher Abschluss nicht verkehrt. Bologna hin oder her, deutsche Arbeitgeber sind da doch deutlich unflexibler als amerikanische. Sprich: Mit einem deutschen Abschluss in den USA einen Job zu landen ist sicher einfacher als umgekehrt. Mal davon abgesehen, dass man bei einer einigermaßen guten Uni durchaus mit $30,000 / Jahr an Gebühren rechnen kann. Für das Geld kannst du auch locker regelmäßig rüber fliegen.

    Von daher mein Rat ebenfalls: Studium in Deutschland durchziehen. Wenn es dich interessiert und du eine Finanzierung hinbekommst, evtl. einen Master in den USA draufsatteln.
     
  18. mariella

    mariella Member

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    Der BA in D ist auch nur drei jahre oder? In den USA sind es 4. Würdest du da nicht deine Studiendauer um ein Jahr unnötig verlängern?
     

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