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  1. Mein letzter Blog-Eintrag war von Mai 2014....schon wieder ueber 2 Jahre her. Unglaublich, wie die Zeit vergeht.
    Eigentlich darf ich meinen Blog gar nicht mehr so nennen, denn mein life spielt sich nun doch mehr in Deutschland ab als in den USA, aber ich bleibe erst einmal dabei.

    Viel hat sich getan.
    Wie schon im Blog beschrieben, ging es wieder zurueck auf die Insel und meine Tochter ist nach Berlin gezogen. Ich habe dann angefangen, Bewerbungen zu schreiben, um auch nach Berlin zu ziehen und nach etwas mehr als einem Jahr hat es dann auch geklappt.
    Ich habe mir hier eine kleine Wohnung genommen und nun kann ich mein Toechterchen wann immer uns danach ist, zum Tee treffen, ins Kino gehen, kochen etc. pp. Einfach herrlich :hurra

    Mit Greg habe ich weiter Kontakt gehalten. Wir haben mindestens einmal pro Woche telefoniert und ich bin auch im Januar 2015 wieder hingeflogen, um ihn zu besuchen.
    Bei der Gelegenheit habe ich dann auch meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sowie Chefin und Chef besucht. Da wurde mir dann Leid geklagt, mein Nachfolger und Nachfolgerinnen (nach einem halben Jahr war die vierte Nachfolge besetzt) wuerden den Job nicht richtig machen, alle wollten mich wiederhaben. Staendig wuerden Sachen fehlen oder viel zu viel da sein. Naja, mein Chef hatte dann die Idee, ob ich nicht von Deutschland aus remotely den Einkauf machen koennte, falls Nummer 4 auch so grottenschlecht waere, zumindest bis ein adaequater Ersatz gefunden wuerde. Da habe ich natuerlich gesagt, dass ich mir das sehr gut vorstellen kann.

    Ich bin dann erst einmal wieder nach Hause geflogen, und es kam wie es kommen musste, die Dame hat auch wieder danebengehauen und musste gehen.
    Seitdem arbeite ich ca. 10 Stunden die Woche gemuetlich von der Couch aus, neben meinem eigentlichen Job bei der DRV Bund. Und wenn ich rueberfliege, arbeite ich Vollzeit und zahle so die vielen Fluege. Mit Greg verstehe ich mich im Moment wunderbar, als Freunde. Wir telefonieren wieder fast taeglich, aber nicht mehr so gezwungen als muss wie frueher, sondern eher aus Lust und Laune.
    Wenn ich da bin, wohne ich auch dort, da hatte ich am Anfang sehr Bedenken und mir bei Airbnb immer eine Notfallherberge gebucht, aber es klappte immer sehr gut, so dass ich das jetzt nicht mehr brauche, ich hab mein eigenes Zimmer im Haus und trotzdem lebt man mit der Familie und nimmt am Alltagsleben teil. Greg und ich unternehmen auch immer noch viel miteinander, essen gehen, Kino Konzerte und koennen inzwischen viel besser miteinander reden als frueher.
    Wir beide glauben aber nicht, dass wir noch einmal zusammenkommen koennten. Dazu ist einfach zu viel passiert, zu viel Vertrauen verloren gegangen. Aber so ist es wirklich nett. Und im Sommer kommen Greg und Alex mal wieder nach Deutschland, um mich zu besuchen.

    Mein Chef bedraengt mich allerdings jedes Mal wenn ich da bin, doch ganz zurueckzukommen und hat mir jetzt ein Angebot gemacht, dass sehr schwer auszuschlagen ist. Aber Geld ist ja nicht alles und ich bin einfach so froh, wieder bei meiner Tochter zu sein (auch wenn sie gerade ein Auslandssemester in La Réunion macht). Von 9 Dollar Stundenlohn in der Wuerstchenverpackung den Job als Plant Manager angeboten zu bekommen, ist schon der Hammer :hammer
    Und ich koennte mir auch gut vorstellen, wieder in den USA zu leben (allerdings im eigenen Reich).
    Aber meine Verbundenheit zu Deutschland, meiner Familie .....und naja, ich bin Vegetarierin aus Ueberzeugung und arbeite in der Fleischindustrie, das passt einfach gar nicht...... Habe staendig ein schlechtes Gewissen und kann gar nicht in den Spiegel gucken :ohshit

    An der Grenze hatte ich bis auf einmal (eine kleinere Diskussion) nie Probleme mit meiner Green Card, aber mir war schon bewusst, dass die Hin- und Herhopserei auf Dauer nicht gut gehen wuerde.
    Mit dem Gedanken gespielt hatte ich ja schon vor 2 Jahren, aber im November letzten Jahres habe ich mich dann entschlossen, zu versuchen, die amerikanische Staatsbuergerschaft zu erhalten. Das hat jetzt auch geklappt und lange Rede kurzer Sinn, damit sind mir jetzt alle Tueren offen und ich muss keine Bange mehr um meine US-Arbeitserlaubnis haben. :usa :wohoo

    Ich weiss, dass mein Chef nicht mehr lange auf mich wartet und irgendwann jemanden in Vollzeit einstellt, aber ich habe ein kleines bisschen die Hoffnung, dass wieder nur Schrott eingestellt wird und ich dann eventuell spaeter noch einmal die Moeglichkeit habe, meine Entscheidung zu ueberdenken.
    Mal sehen, was die Zukunft so bringt. Ich bin gespannt. :winke
  2. am 20.05.2014 um 14:42 (1258 Hits)

    Tja, mein Leben hier naehert sich so langsam dem Ende zu. In 38 Tagen geht der Flieger zurueck nach Deutschland, diesmal one way.

    Greg und ich haben uns nun geeinigt, dass wir unsere Ehe nicht beenden wollen, sondern es erst einmal wieder mit long-distance versuchen. Es sind eben doch noch Gefuehle da und man will ja eine Ehe nicht so einfach aufgeben.

    Wir werden aber diese Woche einen legal separation Vertrag aufsetzen (dies ist allein mein Wunsch, um mich finanziell abzusichern und nicht fuer eventuelle zukuenftige Schulden aufzukommen). Damit war er auch sofort einverstanden.

    In Deutschland ist schon fast alles geregelt.
    Am 28.6. lande ich in Duesseldorf und lerne dann endlich meine gute Freundin Ezri kennen, die ich noch nie persoenlich kennengelernt habe, die mich aber ueber Jahre jetzt durch dick und duenn begleitet hat und wie auch noch einige andere hier im Forum, mir sehr ans Herz gewachsen ist.

    Dann geht es zu meiner Schwester und ihren Kids, dort bleibe ich eine Woche, sehe einige Freunde und natuerlich auch meine Mutter. Meine Schwester und ich fahren dann Sonntag auf meine heissgeliebte Insel und bringen schon mal meine ganzen Brocken in mein Apartment :hurra Dort bleiben wir dann bis Donnerstag und dann fahren wir zur Nordseekueste zur Schule meiner Tochter, denn am Freitag ist ihr grosser Tag, Zeugnisuebergabe, Abifeier und Abiball.
    Am naechsten Tag muss sie gleich ihr Zimmer um 10 Uhr geraeumt haben, und dann ziehen wir ihre Sachen um nach Berlin.
    Dort treffe ich mich dann auch auf einen Kaffee mit AllyKay, darauf freue ich mich auch schon riesig!

    Wenn dann alles eingeraeumt ist (in die Wohnung, die meine Tochter noch gar nicht hat :hmm) dann geht es wieder in meine Heimatstadt, fuer mindestens eine Woche. Dort ueberlege ich dann, ob ich mir ein Auto kaufe oder nicht und dann geht es auf meine Insel.

    Am 1.8. fange ich dann wieder in der Klinik in meinem alten Job an.:wohoo Und so wie es aussieht, ebenfalls meinen Nebenjob bei LIDL.

    Fazit ueber meinen Aufenthalt hier: Es ist ein wunderschoenes Fleckchen Erde. Man kann hier wunderbar leben. Wenn ich nicht so viel Heimweh gehabt haette, dann haetten wir wahrscheinlich irgendwann ein kleines Haeuschen gekauft, denn kaufen ist hier wesentlich billiger als mieten (was wahrscheinlich der Grund fuer die vielen Schulden der Amerikaner ist). Gestern habe ich gelesen dass der durchschnittliche Amerikaner credit card debts in Hoehe von 15,000 Dollar hat. Das ist schon enorm.

    Die Amerikaner, die ich hier kennengelernt habe, haben mich in der Regel sehr nett aufgenommen, waren sehr freundlich und hilfreich. Aber ich habe auch eine andere Seite kennengelernt. Ich halte ja mit meiner politischen Meinung nicht hinter dem Berg und aeussere mich auch zu den (fuer mich) unglaublichen Waffengesetzen hier.
    Da habe ich dann schon mal gehoert: Wenn es dir hier nicht gefaellt, dann geh doch einfach wieder in dein Land zurueck.

    Ein Spruch, der unglaublich weh tut, wenn man ihn zu hoeren kriegt, vor allem wenn man eh schon Heimweh hat und mit seiner Situation nicht so sehr zufrieden. Ich denke, wenn ich soetwas zukuenftig in Deutschland hoere, dann werde ich mich noch mehr darueber aufregen als vorher schon.
    Nur weil man in einem Land nicht geboren ist, darf man trotzdem eine politische Meinung haben und sich auch dazu aeussern. Wie traurig waere es, wenn dies nur den "Eingeborenen" vorbehalten waere.
    Es ist ja nicht alles schlecht, nur weil es nicht amerikanisch oder nicht deutsch ist.

    Ein bisschen mehr Umweltschutz wuerde den Amerikanern zum Beispiel sehr gut tun, etwas, was mich hier immer aufregt. Erst am Samstag waren wir in einem sehr schoenen Restaurant essen. Unser Wasser und Ginger Ale kamen im Plastikbecher. Sowas verstehe ich einfach nicht.

    Ich denke aber, dass man hier sehr wohl gluecklich sein kann. Ich habe es ja eigentlich auch "geschafft", einen guten Job gefunden, meinen credit score langsam aufgebaut, wenn Greg jetzt noch einen sicheren Job gefunden haette, haette man wirklich schon ueber ein Haeuschen nachdenken koennen. Dann haette man sich selbst einrichten koennen, sich mit Sachen umgeben koennen, die man mag und liebt. Da waere der Wohlfuehlfaktor doch schon ganz anders gewesen, als in einem Haus, das vollgestopft ist mit Junk und Erinnerungen eines alten Mannes.

    Aber es hat ja auch in der Ehe leider nicht so gestimmt. Die Fronten sind jetzt geklaert, ich habe ihm gesagt, was sich aendern muss. Vor allem fehlt mir die Lebensfreude.
    Greg und seine Tochter sind bei allem immer gleich eingeschnappt und beleidigt, geht es mal nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben, dann ist die Laune gleich im Keller und man kriegt sie da auch sehr schlecht wieder hoch. Seine Tochter haengt den ganzen Tag in ihrem Zimmer vorm Computer und wir sind dadurch ans Haus gefesselt am Wochenende. Jedes Wochenende ist irgendein Drama, fuer mich voellig untragbar. Ich komme aus einer sehr harmonischen Familie, klar, Zoff gab es auch schon mal, aber davon haben wir uns nicht runterziehen lassen.

    Wenn ich nicht selbst Radtouren mache, mal zum See fahre oder die beiden ueberrede, mal ein Musical oder eine High School Auffuehrung zu besuchen, passiert gar nichts am Wochenende.

    Gegessen wird nur junk, zumindest meine Stieftochter, was auch immer ich an Gemuese koche, wird strikt verweigert, Pizza, Chicken Nuggets, French Fries, Donuts, Croissants, Tuna Fish Sandwiches (Dose Thunfisch mit Miracel Whip verquirlt auf Weissbrot), Chips und ice cream ist alles was sie isst. Wundern sich aber, dass sie mit 12 Jahren schon einen erhoehten Cholesterinspiegel hat. :wohoo

    Und natuerlich die leidigen Finanzen. Greg hat jetzt ein eigenes Konto, eine eigene Kreditkarte und versucht immer noch, einen festen Job zu bekommen, der ihm auch ein bisschen Sicherheit bietet. Bis jetzt klappt das mit Rechnungen bezahlen ganz gut, mal sehen, ob es auch so bleibt. Sein Schulden sind jetzt auf 0, und das in 3 Jahren. Ihr duerft mich Anja Zwegat nennen (ich bin unglaublich stolz darauf).

    Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Ich bin erst einmal froh, bald wieder auf meiner Insel zu sein, meine Tochter oefters zu sehen und zu versuchen, langsam wieder das aufzubauen, was Greg und ich mal hatten, bevor ich hierhergekommen bin.
    Ich habe ihm schon gesagt, wenn er mir am Telefon immer vorjammert wie schlimm alles ist, dann werde ich wohl kaum Lust haben, anzurufen. Genauso wird es bei meinen Besuchen sein.

    Ich moechte mich wieder darauf freuen koennen, Zeit mit ihm zu verbringen. Mal gucken, ob das klappt.

    Ich habe ihm gesagt, dass es seine Entscheidung ist, ob er Erfolg hat oder nicht, ob er Glueck hat oder nicht. Die Entscheidung trifft man jeden Tag aufs neue. Und diese Entscheidung kann auch kein anderer fuer ihn treffen. Man muss in sich selbst gluecklich werden, bevor man Glueck weitergeben kann. Daran glaube ich ganz fest (das Wort zum Sonntag.... :) )

    So, nun muss ich mal wieder arbeiten. :winke
  3. am 20.02.2014 um 17:37 (1294 Hits)

    Gestern war das Interview fuer mein RoC (Removal of Condition) und ich denke es lief ganz gut, jedenfalls hat die Dame gesagt, es saehe alles gut aus und sie wuesste im Moment keinen Grund, warum es abgelehnt werden wuerde.
    Dennoch wuerde sie sich noch einmal alle Unterlagen angucken und dann in 1 oder 2 Tagen, die wahrscheinlich positive Entscheidung treffen.
    Ich habe das alles sehr entspannt verfolgt, denn wenn es abgelehnt worden waere, haette es mich nicht wirklich treffen koennen, denn meine Entscheidung steht inzwischen, dass ich gerne wieder nach Deutschland moechte.

    Ueber die Gruende bin ich mir heute so richtig klargeworden, als ich mit meiner Kollegin und Freundin Laura ueber meine Gefuehle zurzeit gesprochen habe.
    Ich habe ihr naemlich gesagt, dass ich gerne auf einen Zeitpunkt warten wuerde, bei dem gerade alles in Butter ist, Rechnungen alle bezahlt, Greg hat einen Job und ich kann dann sagen, von hier an musst du es jetzt alleine schaffen.
    Und Laura sagte: Und was, wenn der Zeitpunkt nie kommt? Was wenn er wieder einen Herzinfarkt bekommt, oder wieder seinen Job verliert, 1 Woche nachdem du mit ihm geredet hast?

    Es gibt wohl keinen guten Zeitpunkt dafuer. Ich sagte dann, ich wuerde halt nicht gerne, wie die Ratte das sinkende Schiff verlassen, sondern gerne wissen, dass er zumindest die Chance haette, jetzt klarzukommen.
    Wir sprachen dann ueber die Gruende, warum ich denn eigentlich gehen moechte.
    Ich finde gar keine richtigen Gemeinsamkeiten mehr, ich mag seinen Freundeskreis nicht, ich verstehe seine Kindererziehung nicht, er versteht mein Umweltbewusstsein nicht.... Ich denke das waeren alles Gruende, da koennte ich vielleicht sogar mit leben, man koennte Kompromisse machen und unsere Beziehung retten.

    Aber der Hauptgrund, warum ich gehen will ist eigentlich, dass er mich von Anfang an ueber seine Situation nicht informiert hat. Als ich dann hierherkam, habe ich ein Chaos vorgefunden, vor allem finanziell.

    Ich habe mir alle Muehe gegeben, das zu retten. Ich hab nicht gleich das Handtuch geworfen, denn ich habe ihm geglaubt, dass dies alles durch eine Verkettung von bloeden Umstaenden entstanden ist. Ich habe die Sorge ueber die Finanzen uebernommen, geplant, eingeteilt, Ratschlaege gegeben und ihm gesagt, dass er nun endlich reinen Tisch machen muss, damit er einen neuen Anfang ohne Schulden mit mir starten kann.
    Das hat auch geklappt. Wir stehen finanziell jetzt wesentlich besser da. Die Rechnungen werden bezahlt, es wird Geld zurueckgelegt und so weiter.

    Wir krabbeln uns immer wieder hoch, koennen immer alle Arztrechnungen, Autoreparaturen etc. zahlen, und dann kommt das naechste, wieder der Job weg, wieder ein Herzinfarkt, wieder dies und das.
    Das Problem ist, dass die Jobs immer wieder weg sein werden, denn er hat seine Einstellung zur Arbeit nicht ueberdacht und geaendert.
    Und jetzt mit ueber 50 wird er das auch nicht mehr tun.
    Ebenso hat er seine Einstellung zu seiner Gesundheit nicht geaendert, er knechtet immer noch wie bloed an "side-jobs" statt sich vernuenftig auf den einen Job zu konzentrieren, fuer den er einen paycheck bekommt und Steuern bezahlt. Es zaehlt das cash in der Tasche, wie bei so vielen Amerikanern.

    Ich wollte immer ein einigermassen sorgenfreies Leben fuehren, ueber die Runden kommen, einmal im Jahr in Urlaub fahren und mir keine Gedanken machen muessen, ob ich mir Bio-Lebensmittel leisten kann oder nicht.
    Jetzt haenge ich hier in Canandaigua, hab 4 Tage Urlaub im Jahr, fahre trotzdem zweimal im Jahr nach Deutschland um meine Familie zu sehen, was megastressig ist und sauteuer, weil ich ja noch neben den Kosten dazu, nicht weiterbezahlt werde.

    Nix mit mal faul am Strand liegen fuer 2 Wochen oder ein schoenes Hotelzimmer haben, was fuer einen geputzt wird, nix mit andere Laender sehen und neue Kulturen entdecken.

    Das klingt jetzt alles sehr materiell, aber mir ist Geld eigentlich nicht wirklich wichtig, ich brauche auch nicht viel. Ich kaufe im thriftstore, ich gucke nach Angeboten, ich lege mir gerne selbst einen Gemuesegarten an, ich brauche keinen teuren Schmuck oder Luxus. Aber ich haette gerne ein normales Leben, und das werde ich mit Greg nie fuehren koennen, denn wo andere Wege suchen, sucht er Entschuldigungen. Er ist immer auf der Schattenseite des Lebens, weil er das so entschieden hat.
    Es sind immer die anderen an seinem Unglueck Schuld.
    Mit so einem Menschen kann und will ich einfach nicht mehr leben.

    Mir ist inzwischen klar, wie er in diese Situation hereingeraten ist und ich weiss auch, dass er immer wieder genauso handeln. wuerde.

    Und bis meine Tochter ihre Ausbildung in trockenen Tuechern hat, habe ich auch eine Verantwortung fuer sie und moechte nicht irgendwann sagen muessen, ich kann dich ab hier leider nicht mehr unterstuetzen, du musst das jetzt ganz alleine schaffen. Ich will das nicht! Ich habe mir vorgenommen, dass sie ihre Ausbildung sorgenfrei beenden kann und dann auf eigenen Beinen stehen wird, aber nicht vorher.

    Fuer mich sehe ich auch keinen einzigen Grund, warum ich in Amerika bleiben moechte. Das Land hat seine Reize hier und da, schoene Landschaften, nette Menschen.
    Aber auch Menschen mit unglaublichen, vorsintflutlichen Ansichten, ein sehr korruptes politisches System, mit dem ich gar nicht klar komme und einen Witz an Urlaubstagen und Krankheitstagen und ein voellig desolates Gesundheitssystem (ich meine jetzt nicht die Versorgung an sich, aber die voellig ueberhoehten Preise zum Beispiel).
    Alles in allem gibt es hier vom Freizeitwert nicht wirklich das, was ich anstrebe. Keine Frage, ich arbeite sehr gerne, aber ab und zu kehre ich meiner Firma auch gerne mal den Ruecken zu, atme auf und sehe was anderes, damit ich dann wieder bereit bin fuer neue Taten.

    Hier kann man ja hoechstens mal 3 Stunden zum naechsten Freizeitpark uebers Wochenende fahren. Richtig Urlaub machen ist mehr was fuer richtig reiche Menschen. Daher ist die Reisebranche hier auch nicht so vertreten, wie zum Beispiel in Deutschland.

    Nun habe ich mir eine Frist gesetzt. Ich hoffe, dass Greg einen Job findet in naechster Zeit, aber wenn es einfach nicht besser wird, dann werde ich trotzdem das Gespraech spaetestens Ende April suchen und ihm erklaeren, dass ich hier fuer mich keine Zukunft sehen.
    Sollten wir wieder Erwarten einen richtig guten Aufwind haben, dann werde ich frueher mit ihm reden.

    Bis dahin hoffe ich, meine Green Card in der Tasche zu haben, damit ich hier weiter leben und arbeiten kann, bis ich meinen Job in Deutschland wieder aufnehmen kann (spaetestens im August diesen Jahres).

    Und dann werde ich mit Freuden die gruene Karte nach Frankfurt zur Botschaft bringen. Ich werde nicht mal im Traum dran denken, eine reentry permit zu beantragen. Denn in den USA werde ich nie mehr leben, hoechstens noch einmal Urlaub machen.
    :winke
    LG Anja
  4. am 16.12.2013 um 18:00 (1037 Hits)

    Tja, die letzten Blogs waren wohl immer sehr negativ, daher wird dies hier ein positiver, nur damit man nicht denkt, dass alles hier :scheisse ist.

    Am Freitag abend hatten wir Weihnachtsfeier von der Firma, und wie ich ja schon im "es geht mir gut" Fred geschrieben habe, bin ich employee of the year geworden.
    Das war toll, aber was ich noch viel toller fand war, dass fast alle Mitarbeiter auf mich zugekommen sind, mir gratuliert haben und sich mit mir gefreut haben. Fast alle haben mir gesagt, was sie an meiner Arbeit und an mir gut finden. Und das klang alles andere als das uebliche nette oberflaechliche Gerede, das war wirklich ehrlich gemeint. Ich denke, ich kann das inzwischen ganz gut unterscheiden.
    Was ich damit sagen will, mir faellt auf, dass der Neid hier weniger ausgepraegt zu sein scheint, als in Deutschland. Ich will das hier nicht verallgemeinern, aber ich kann mir vorstellen, dass in unserer Klinik viele insgeheim gedacht haetten: Wieso denn die? Ich haette das viel mehr verdient. Oder man wuerde tuscheln, warum gerade die das bekommen hat. Sicherlich haette sich hier auch jeder selbst fuer sich gefreut, aber die Mitfreude war so nett und tat so gut, so dass man gar kein unangenehmes Gefuehl haben musste, sondern sich selbst auch richtig freuen konnte.

    Etwas anderes positives ist, wie man hier mit alten Menschen oder Behinderten umgeht. Sie werden sehr umsorgt, respektiert, fast schon hofiert. Ich finde das sehr schoen. In Deutschland hatte ich oft das Gefuehl, dass alte Menschen oder Behinderte oft (bildlich natuerlich) in die Ecke gestellt werden und eher laestig sind.
    Hier sind sie bestimmt nicht weniger Arbeit, aber man laesst es sie nicht so spueren.

    Was mir auch auffaellt ist die Beteiligung der Eltern an schulischen Aktivitaeten. Ob es Konzerte sind, Sportveranstaltungen etc. die Aulas und Sportplaetze sind immer gut gefuellt, bei Elternabenden kommen fast alle Eltern (in Deutschland haben wir manchmal bei einer Klasse von 33 Schuelern mit 11 Leuten da gesessen) und oft kommen auch Vater und Mutter (in Deutchland waren es meistens Muetter und nur vereinzelt Vaeter). Da platzt auch schon mal ein Klassenraum aus allen Naehten.

    Natuerlich ist das auch wieder nur ein persoenlicher Eindruck und nur hier fuer den Staat, die Stadt in der ich lebe, aber ich habe es auch schon oft von anderen Auswanderern in allen Teilen Amerikas gehoert, dass sie den gleichen Eindruck hatten.

    Und ich wollte es auch einmal herausstellen, denn in Amerika ist nicht alles schlechter, wie man vielleicht aus meinen vorigen Blogeintraegen vermuten koennte, vieles ist besser, vieles ist schlechter, manches ist gleich gut.

    Es stellt sich eben einfach die Frage, was einem im Leben wichtig ist und in welchem Land man dies dann eher findet.
    Vieles, das ich negativ sehe, hat sicherlich mit meinem Allgemeinzustand zu tun, meinem Heinweh, der Sehnsucht nach meiner Tochter und den ganzen Problemen, die ich mit meinem Mann habe.
    Sicherlich ist vieles unserer Probleme mit kulturellen Unterschieden zu erklaeren, vieles aber auch nicht.

    Jetzt geht es erst einmal nach Deutschland in 3! Tagen und dann werde ich meine Situation mal genau ueberdenken, ein bisschen mit meinen Freundinnen und meiner Familie quatschen und dann sehe ich weiter.

    Euch allen schoene Weihnachten und einen guten Rutsch!
  5. anjaxxo

    am 30.10.2013 um 15:28 (1223 Hits)

    Ich habe mir mal die Zeit genommen, meine eigenen Blog-Eintraege noch einmal ganz durchzulesen, und es ist unglaublich, wie ich immer versucht habe, das Positive aus allem herauszuziehen und das Beste aus der Situation zu machen.
    Dennoch sieht man, wie die Stimmung bei jedem Blog-Eintrag immer ein wenig schlechter wird. Und ich ertappe mich auch dabei, nicht mehr so viel zu lachen und froehlich zu sein.
    Ich glaube, meine ganze Persoenlichkeit faengt an, sich zu veraendern und ich habe das Gefuehl, das das einfach so nicht sein darf.

    Der Gedanke, wieder nach Deutschland zu gehen, kommt immer oefter. Im Kopf erwaegt man das fuer und wieder und sammelt Gruende zu bleiben oder Gruende zu gehen.
    Mein Kopfkino malt sich immer mehr aus, wie es waere, wieder in Deutschland zu leben und mein altes Leben zurueck zu haben.
    Am Anfang habe ich auch immer davon getraeumt, dass mein Mann mitkommen wuerde, inzwischen weiss ich gar nicht mehr so genau, ob ich das ueberhaupt will.
    Wir sind so unterschiedlich und haben so unterschiedliche Meinungen zu fast allen Dingen, unglaublich, dass ich das vorher nicht gemerkt habe.

    Und ich weiss auch nicht, ob es gut fuer ihn ist, ihn zu veraendern. Man will das doch selbst fuer sich selbst auch nicht. Klar, man lernt Dinge, das hoert niemals auf im Leben. Ich habe auch viel gelernt, aber man moechte doch sich selbst treu bleiben.
    So wenig wie ich (finanziell) in den Tag rein Leben kann, kann Greg anfangen vorzusorgen und sich Gedanken um alles zu machen. Er hat immer schon nach dem Motto gelebt "wird schon werden" und dies nach 53 Jahren zu aendern ist absolut unmoeglich. Und es wuerde ja auch die Person Greg veraendern, in die ich mich verliebt habe.

    Wenn man aber feststellt, dass die Lebensweisen so unterschiedlich sind, dass es einfach nicht passt, dann sollte man wohl die Konsequenzen daraus ziehen.

    Ich habe auch in den letzten paar Monaten einige Dinge erfahren, die ich einfach nicht wusste und die mich sehr schockiert haben.
    Zum Beispiel wurde Greg gar nicht arbeitslos, wie ich in irgendeinem Blog-Eintrag geschrieben habe. Die Situation war ganz anders.

    Er hatte schon lange fuer die Firma gearbeitet, er wurde immer zu verschiedenen Painting-Jobs geschickt, die mal in Rochester, mal in Victor, mal in Binghampton etc. waren.
    Greg mag nicht gerne viel und lange fahren. Einer seiner Jobs war in einem College, das ca. 1.5 Stunden mit dem Auto von uns entfernt war. Er hat dort jeden Tag 10 Stunden gearbeitet, damit der nicht 5 mal in der Woche dorthin fahren muss. Das sind lange Tage und das kann ich gut verstehen, dass das sehr nervig ist.
    Als ich Stewardess war habe ich auch oft so lange Tage gearbeitet. Ich weiss also, wovon ich spreche.

    Nun hatte man kurz vor Weihnachten zu ihm gesagt, dass er wieder in dem College arbeiten soll, das war das einzige, was man fuer ihn hatte im Winter.
    Und was macht mein Mann? Er sagt, dass er den Job nicht machen will, denn er haette schliesslich Familie und so oft und lange von zu Hause weg sein, wollte er nicht, und seine Firma hat dann gesagt, gut, dann bist du eben fuer einige Zeit arbeitslos.

    Greg hat also Arbeitslosengeld beantragt und zunaechst auch bekommen, aber dann hat seine Firma gesagt, noe, das war nicht "lack of work" sondern seine eigene Entscheidung, dass er den Job nicht angenommen hat und somit war er dann auch nicht berechtigt Arbeitslosengeld zu bekommen.
    Dies hat er mir aber alles nicht erzaehlt. Er hat sich dann mit seiner Firma (fuer die er 8 Jahre lang gearbeitet hat) ueberworfen und daraufhin gesagt, er kommt nicht wieder und in meiner Firma angefangen zu arbeiten.
    Mir hat er erzaehlt, es wuerde ihn nerven, dass seine Firma ihn immer im Winter "entlassen" wuerde fuer ein paar Wochen und er etwas suchen wuerde, was mehr "steady" waere.

    Das Arbeitslosengeld, das er erhalten hat, muss er natuerlich zurueckzahlen. Auch das hat er mir nicht erzaehlt, erst, als ich mich gewundert habe, warum er kein Geld bekommen hat, fuer die Zeit als er kuerzlich arbeitslos war (es wurde zwar bewilligt, aber nicht ausgezahlt, weil er ja noch Schulden bei denen hat).

    Und wenn ich dann frage, warum er mich angelogen hat, dann sagt er einfach: Ich hab dich nicht angelogen. Ich hab es dir einfach nicht erzaehlt. Ich wollte dich nicht beunruhigen, du machst dir immer gleich ueber alles so viele Sorgen.

    Und auf der anderen Seite sagt er immer, dass Entscheidungen in einer Ehe zusammen getroffen werden muessen (das gilt aber wohl nur fuer mich, sich selbst klammert er da aus).

    Dies alles zeigt mir, dass seine Einstellung zur Arbeit und zum Leben und zur Familie einfach grundsaetzlich entgegengesetzt ist zu meiner Einstellung.
    Ich bin auch ein Familienmensch, meine Familie ist mir auch wichtig, aber in erster Linie muss man dafuer sorgen, dass die Familie finanziell existieren kann. Wenn man mit seinem Job nicht zufrieden ist, dann sucht man sich einen anderen, aber.....man kuendigt doch nicht, bevor man was anderes hat!

    Und dann so Kleinigkeiten, wie zum Beispiel vorgestern, da habe ich seine Stundenkarte eingescannt und an seine Firma geschickt und gesehen, dass er angeblich Freitag bis 3 Uhr gearbeitet hat, aber er war schon um viertel vor 2 zu Hause und hat eine Fahrtzeit von einer halben Stunde.
    Ich habe ihn dann darauf aufmerksam gemacht, da sagt er nur: But we busted our asses, noboby works as fast as we do. Ahso, du gibst also dein Bestes bei der Arbeit und gehst dafuer frueher? Ich dachte, man wird dafuer bezahlt, dass man sein Bestes gibt.
    Ich meine, wenn sowas rauskommt, dann ist man doch seinen Job wieder los. Und dann ist wahrscheinlich wieder die Firma Schuld, weil sie so kleinlich sind und seine Arbeit nicht wirklich anerkennen. Und wenn ich dann meine Zweifel aeussere, dann heisst es, ich habe keine Ahnung vom painting business und er arbeitet schliesslich schon sein ganzes Leben und hat das immer so gemacht.

    Das sind so Situationen, wo ich am liebsten alles stehen und liegen lassen wuerde.

    Dieses Jahr Weihnachten geht's nach Deutschland, ich werde die ganzen Weihnachtsferien meiner Tochter mit ihr und dem Rest meiner deutschen Familie verbringen. Und ich freue mich schon wie wahnsinnig.
    Ich habe vor, mit meiner Schwester und meiner Mutter ueber meine Situation hier zu sprechen. Und auch die Meinung meiner beste Freundin Kathy wuerde ich gerne hoeren.
    Im Grunde weiss ich aber schon, was ich will.

    Im naechsten Sommer ist meine Tochter mit der Schule fertig, dann war's das mit dem behueteten Internatsleben und es geht raus in die weite Welt, wahrscheinlich zunaechst mal nach Berlin. Ich glaube, ich moechte dann gerne vor Ort in Deutschland sein, damit sie eine Anlaufstelle hat, wenn alles schief geht und sie ein zu Hause braucht.
    Mein Job in der Klinik wuerde auch wieder ab August auf mich warten, wenn ich den Sonderurlaub nicht verlaengere.

    Ob ich mir eine weitere Beziehung mit Greg vorstellen kann, weiss ich nicht. Ich bin einfach von seinem Verhalten sehr enttaeuscht, und er kann sich nicht vorstellen in Deutschland zu leben oder wieder eine Fernbeziehung zu haben, und ich mag einfach nicht mehr so wirklich in Amerika bleiben. Sieht so aus, als waeren die Fronten geklaert.
    Aber Greg ist schon so manches Mal von seiner Meinung abgewichen, wenn er Angst hatte, mich zu verlieren.

    Man sieht also, auch hier in Amerika gibt es Alltagssorgen, Streit mit dem Ehepartner, das Gras ist nicht gruener hier.

    Wenn ich mich manchmal im Internet durch die Auswandererforen lese, dann merke ich eins: die Menschen, die alleine nach Amerika gehen oder mit ihrem deutschen Partner, treffen es oft besser an, als die, die zu einem amerikanischen Partner auswandern.
    Das mag an verschiedenen Dingen liegen, man hat einfach nicht die Chance auf Probe zu leben und den Partner wirklich kennenzulernen. Auch wenn man oft vorher da war, es ist eben doch nur Urlaub und vieles wird einem erst klar, wenn man zusammen lebt.

    Die kulturellen Unterschiede sind groesser als man denkt. Wandert man mit seinem deutschen Partner aus, dann hat man dieses Problem nicht. Man sieht zwar, was die anderen Leute so machen, aber zu Hause lebt man sein eigenes Leben, so wie man das will.
    Und die Menschen, die nicht wegen ihres Partners in die USA gehen, haben sich das Land ja speziell ausgesucht. Ich fand die USA als Urlaubsland immer toll, habe mir aber nie wirklich gewuenscht, hier zu leben. Und ich fand es auch nie so toll, dass ich jedes Jahr dorthin musste, es gibt ja noch so viele andere tolle Laender auf der Welt.

    Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, wie es weitergeht.

    :brd oder :usa , das ist hier die Frage.......
  6. am 21.08.2013 um 18:58 (1293 Hits)

    Kleiner Rueckblick und Resuemee der letzten 2 Jahre, ja, 2 Jahre ist es heute genau her, dass ich hierher gezogen bin, unglaublich, wie die Zeit vergeht.

    Was hat sich so alles getan? Haben sich meine Wuensche und Hoffnungen erfuellt? Bin ich gluecklich? Wie sieht es mit Heimweh aus?

    Jobmaessig hat sich bei mir eine Menge getan, vor fast 2 Jahren habe ich hier in der Firma angefangen mit 9 Dollars pro Stunde und habe Wuerstchen verpackt, inzwischen arbeite ich im Buero, bekomme 14 Dollar pro Stunde und meine Krankenversicherung wird 100 % vom Arbeitgeber bezahlt.
    Mein Aufgabengebiet hat sich entsprechend ausgeweitet, inzwischen mache ich Auftragsbearbeitung, Buchhaltung, Payroll, wir designen labels, machen Produktphotos und nehmen an events teil.
    Die Arbeit macht sehr viel Spass, ist sehr vielseitig, und obwohl ich ja nun wesentlich mehr verdiene, kann man mehr schlecht als recht mit dem Gehalt hier ueberleben.

    Privat sind wir durch einige Hoehen und Tiefen gegangen. Ich habe erst hier vieles ueber meinen Mann erfahren, vor allem ueber seine finanzielle Situation, die alles andere als gut ist. Dies ist zum groessten Teil, meiner Ansicht nach, selbstverschuldet (natuerlich sieht er das ganz anders, er gehoert eher zu den Menschen, die die Schuld woanders suchen, auch dies habe ich erst hier festgestellt).

    Ein Grund fuer jede Menge Probleme war auch die gesundheitliche Verfassung meines Mannes, waehrend der zwei Jahre, die ich hier war, hatte er Probleme mit dem Herzen, hat 2 stents gesetzt bekommen, was unsere finanzielle Situation noch einmal verschlechtert hat, und er hat Probleme mit Schwindel, musste vor kurzem ein MRT machen lassen (was gluecklicherweise nichts angezeigt hat) aber mal wieder eine Riesenrechnung ins Haus flattern liess.
    Er ist auch sehr wehleidig wenn er krank ist, bleibt bei einer (fuer mich) kleinen Erkaeltung schon 3 Tage zu Hause, was hier immer heisst, es kommt kein Geld rein, denn sowas wie bezahlte Krankheitstage hat mein Mann nicht.

    So kam es dann, dass er zwar stundenlohnmaessig immer sehr viel mehr Geld verdient hat als ich, aber in der Summe mit all seinen Fehltagen, Jobwechseln, zeitweise Arbeitslosigkeit und (meiner Meinung nach auch selbstverschuldet) kein Arbeitslosengeld zu bekommen, habe ich im Schnitt wesentlich mehr verdient als her.

    Im ersten Jahr hat meine Tochter ja noch hier bei uns gewohnt, aber ja dann entschieden wieder nach Deutschland zurueckzugehen.
    In diesem ersten Jahr kam es zu sehr vielen Konflikten auch aufgrund unserer Kinder, denn mein Mann und ich haben eine grundverschiedene Einstellung zur Erziehung, da sind wirklich zwei Welten aufeinander geprallt.

    Ich habe ein paar Dinge, die mir sehr wichtig sind: Offenheit, Ehrlichkeit, gute Manieren, gute Bildung (wurde in fruehester Kindheit gefoerdert und ist jetzt ein Selbstlaeufer, lesen wurde unterstuetzt, Neugierde befriedigt etc.) und unerschuetterliche Liebe zu meiner Tochter
    Mein Mann setzt mehr auf streng sein, little white lies are ok, Manieren sieht man hier etwas anders, Bildung - es ist ok, 12 Stunden am Tag am Computer auf Facebook zu verbringen oder mit Freunden zu chatten und sich im Zimmer einzuschliessen, obwohl man erst 11 bzw. jetzt 12 ist, aber sobald schlechte Schulnoten ins Haus flattern, wird ohne Sinn und Verstand gebueffelt. usw. und so fort.....

    Konflikte waren und sind da vorprogrammiert.

    Jetzt, wo meine Tochter nun schon seit einem Jahr in Deutschland ist, kommt natuerlich immer mehr ein weiteres Problem zum Tragen: das Heimweh.
    Dieses hat sicherlich zu 80 % mit meiner Tochter zu tun (und meiner Familie und Freunden), 10 % ist das Vermissen meines alten Lebens (meiner Freiheit, Ruhe und Unabhaengigkeit, scheint so, dass ich eher der Einzelgaengertyp bin und vom Eheleben schnell genervt) und die restlichen 10 % sind Existenzaengste, die ich in Deutschland niemals hatte.
    Das alles zusammen fuehrt dazu, dass ich meine deutsche Heimat wie verrueckt vermisse, und es wird auch nicht wirklich besser (man sagt ja, die Zeit heilt die Wunden, kann ich nicht bestaetigen).

    Ich habe auch viele Gespraeche mit meinem Mann darueber gehabt, vieles versteht er, vieles versteht er auch nicht.
    Sein Verstaendnis ist allerdings groesser geworden, hat er am Anfang einen Mordsaufstand gemacht, wenn ich meine Familie alleine besucht habe (von wegen er ist ja so allein und vermisst mich so furchtbar und findest es nicht in Ordnung, dass ich ohne ihn Urlaub mache) ist er inzwischen bereit, sogar einem dritten Aufenthalt pro Jahr bei meiner Familie "zuzustimmen" nur damit ich bei ihm bleibe und ihn nicht verlasse.

    Klar, sein Leben hat sich ja auch um 100 % verbessert, seine finanziellen Sorgen (falls er sie hatte, ich glaube, er war da eher unbedarft) gehen gen Zero, denn wir stehen jetzt eigentlich ganz gut da, haben erwas Erspartes, haben Krankenversicherung etc. (alles nur, weil ich unsere finanziellen Angelegenheiten in die Hand genommen habe), sein Verhaeltnis mit seiner Tochter ist besser geworden, weil ich dafuer gesorgt habe, dass es ok ist, auch mal Freundinnen zu treffen, waehrend des Wochenendes beim Papa, was vorher tabu war und es wird fast jeden Tag frisch gekocht, weil ich Junkfood auf die Dauer nicht ausstehen kann. Er hat auch vieles gelernt, denke ich. Nicht, dass ich ein Genie bin, dass sein Leben in allen Lebenslagen meistert, aber es gehoert nicht viel dazu es besser zu machen als mein Mann, von daher sieht er mich als sein Hero.

    Ein paar Mal war ich auch drauf und dran meine Sachen zu packen und zurueck nach Deutschland zu gehen. Auch im Moment bin ich hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu meinem Mann und der Unzufriedenheit, mit der ich hier in Amerika zu kaempfen habe und dem Heimweh.
    Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, so ist die Liebe zu meinem Mann auch schon kleiner geworden, denn viele Ansichten und Verhaltensweisen kannte ich einfach vorher nicht, und vieles davon ist fuer mich nicht akzeptabel.
    Zum Beispiel seine Einstellung zum Umweltschutz, sein Desinteresse an Politik und sein Konzentrieren auf die unwichtigen Dinge im Leben.

    Vieles ist sicherlich in den kulturellen Unterschieden zu finden, Amerikaner ticken eben doch allgemein etwas anders als Deutsche und wenn man als gestandenes Weibsbild hierher kommt, ist es eben schwer, sich umzustellen oder vielleicht will man auch gar nicht?
    Ich will damit nicht sagen, dass dies allgemeingueltig ist, aber vielleicht versteht der eine oder andere Auswanderungswuetige es als Warnung, vor allem die, die zu einem amerikanischen Partner ziehen.
    Man lernt sich sehr gut durch skype und Besuche kennen, aber eben nicht so, wie man sich kennenlernt, wenn man zusammen lebt und Probleme gemeinsam meistern muss.

    Ich schreibe mir hier den Seelenmuell von der Seele, einerseits damit es mir besser geht und anderseits auch, um manchen den Blick in die Realitaet zu verschaerfen.

    In diesem Sinne, :winke
    Liebe Gruesse
    Anja
    am 21.08.2013 um 18:58 (1293 Hits)
  7. am 09.05.2013 um 19:16 (1132 Hits)

    Heute mal ein bisschen Geplauder um das liebe Geld.

    Da habe ich wohl den Prototyp Amerikaner erwischt, der von der Hand in den Mund lebt, sich keine Gedanken um die Zukunft macht, Freitags seinen paycheck bekommt, diesen dann cashed und alles ausgibt, bis zum naechsten paycheck (manchmal war er aber auch Mittwochs schon knapp bei Kasse).
    Jedenfalls war es so, bis ich hierher kam.

    Am Anfang hatte ich ja noch keinen Job, daher habe ich dann auch in den ersten 4 Wochen Geld von ihm bekommen, quasi als Haushaltsgeld und fuer mich, aber ich hatte ja auch noch mein eigenes Geld aus Deutschland.

    Als ich hierhergekommen bin, hatte er kein Konto, keine Kreditkarte, nix, nur seinen woechentlichen paycheck. Keine credit history oder credit score, aber Schulden,die abbezahlt werden mussten.
    Zum Beispielhat er jeden Monat seinem Vater Geld fuer den Jeep, den er sich vor 6 Jahren gekauft hatte, gegeben (500 Dollar im Monat :sparschwein).

    “We will bejust fine with money” hat er immer gesagt, er hat ja einen gut bezahlten Job. Hatte er auch, aber ich wusste nicht, dass dieser nicht so supersicher war. Zum Beispiel wurde er dann einfach mal ein paar Wochen “laid off”, weil die Auftragslage gerade nicht so gut war, dies passierte zum Beispiel in dem Jahr als ich hergezogen bin, 4 Wochen vor Weihnachten, Gott sei Dank hatte ich da schon einen Job. Und er hat Arbeitslosengeld bekommen. Trotzdem nicht so prickelnd.

    Er hat sich dann entschieden in meiner Firma auch anzufangen, viel weniger Gehalt, aber dafuer Krankenversicherung und ein paar andere benefits, wie bezahlte Feiertage.
    Aber es hat ihm nicht gefallen und nun ist er wieder im painting business, arbeitet als temporary in einer Uniklinik. Im August ist er 1 Jahr da, dann muss er 3 Monate aussetzen und kann dann dort wieder anfangen.
    And guess what? We will be just fine in den 3 Monaten…. AAAAAAHHHH

    Nachdem ich mir das ein paar Wochen angeguckt habe, habe ich unsere Finanzen in die Hand genommen, ein saving account, ein health saving account und ein normales Girokonto eroeffnet.
    Eine secured Kreditkarte beantragt und bekommen, dann nach ein paar Monaten eine normale, damit wenigstens einer von uns einen credit score aufbaut.
    Ich habe von da an unser Geld verwaltet, Rechnungen bezahlt, Geld zurueckgelegt, und siehe da, jetzt koennen wir Autoreparaturen einfach so bezahlen und selbst die 650 Dollar fuer den neuen Warmwassererhitzer mit Einbau konnten mal eben lockermachen, oh Wunder. Und es ist immer noch Geld da, falls noch was Unerwartetes passiert und fuer unsere Urlaube (ich fliege nach Deutschland, er faehrt mit seiner Tochter Richtung Washington).

    Dies alles hat mich viel Kraft, viele Nerven und eine Menge Streits gekostet. Manchmal bin ich nervlich ziemlich an der Grenze zum Ausflippen.

    Es kommen eben auch unsere unterschiedlichen Ansichten, was die Ehe betrifft zum Tragen. Er denkt manchmal er kann mir Sachen verbieten (wie z. B. bei der Jobauswahl, ob ich einen Nebenjob habe oder auf Geschaeftsreise gehen "darf".) Der Mann hat das Sagen, ja, das war mal in den 50ern.

    Ich bin auch nicht uebermaessig emanzipiert, aber ich wurde von meinem Vater nach dem Motto: "die beste Versicherung ist, wenn du dich selbst versorgen kannst" erzogen worden.
    Und wenn Greg seine Schaefchen im Trocknen haette, fuer sich und seine Tochter vorsorgen wuerde und die richtigen Entscheidungen im Leben getroffen haette, dann wuerde ich ja noch auf seine Vorschlaege hoeren, aber so wie er ist, treffe ich Entscheidungen, vor allem was das finanzielle betrifft, lieber selbst.

    Ich habe furchtbares Heimweh nach meiner Tochter, der es in Deutschland uebrigens blendend geht und ich sehne mich manchmal nach meinem eigenen kleinen Reich ohne Geldsorgen und Kompromisse.

    Wir wohnen ja immer noch bei meinem Schwiegervater, was auch wirklich ok ist, aber es ist eben nicht meine Wohnung, es sind nicht meine Moebel, ich kann nicht einfach Sachen veraendern. Es sind viele Erinnerungen in dem Haus, aber nicht meine.

    Und einfach was eigenes suchen geht auch nicht, erstens kann mein Schwiegervater das Haus nicht alleine unterhalten, wir machen eigentlich alles, Haushalt, Gartenarbeit,Reparaturen etc. und zweitens ginge es uns dann finanziell wesentlich schlechter und es waere nicht so einfach, zweimal im Jahr nach Deutschland zu fliegen (und das ist mir wesentlich wichtiger, als unsere Wohnsituation).
    Meine Arbeit macht mir Spass, meine Familie hier ist nett, Geldsorgen werden weniger, aber richtig zu Hause fuehle ich mich nicht, kein Wunder ist ja auch irgendwie nicht“mein” zu Hause.

    Mit meinem Mann verstehe ich mich nach wie vor sehr gut, wir lieben uns noch genauso wie vorher, obwohl wir wirklich durch einiges zusammen gegangen sind. Wir hatten schon so viele Streits, so viele Versoehnungen, so viele Sorgen, aber auch sehr viel Schoenes.

    Wenn ich ihn nicht so lieben wuerde, dann wuerde ich, glaube ich, keine Sekunde ueberlegen, wo ich lieber wohnen wuerde, da waere ich schon im Flieger unterwegs nachDeutschland.

    Mir fehlt meine gute Krankenversicherung, die alles zahlt (ich bin hier auch versichert, aber nicht vergleichbar), meine 6 Wochen Urlaub, meine Wohnung mit meinen Moebeln und MEINEN Erinnerungen, mein geregeltes , sicheres Leben und natuerlich allem voran MEINE TOCHTER.

    Als naechstes steht das “removal of condition” an, das wir Ende Mai beantragen muessen. Vielleicht lassen sie mich ja einfach nicht hierbleiben…… :habenwill Hab aber keine grossen Hoffnungen :traurig1
  8. am 26.09.2012 um 17:25 (1925 Hits)

    Viel hat sich seit dem letzten Blog-Eintrag nicht getan.
    Ich bin jetzt ueber ein Jahr hier und arbeite auch schon ueber ein Jahr hier in der Firma.
    Seit Maerz bin ich aus der kalten Verpackung im kuschelig warmen Buero gelandet und fuehle mich sehr wohl hier. Die Arbeit ist mal mehr oder weniger stressig, und wir koennen uns im Grossen und Ganzen einteilen, wann wir was machen.
    Meine Kollegin Laura ist eine gute Freundin geworden, sie kotzt sich bei mir aus und ich umgekehrt genauso. Wir verstehen uns blendend, haben genau die gleiche Einstellung zur Arbeit, den gleichen Humor und ergaenzen uns hervorragend, ist fast so wie mit meinem besten Freund Jens im Buero auf Borkum.

    Greg hatte seit Januar angefangen in der gleichen Firma zu arbeiten und das war teilweise sehr stressig.
    Zum einen weil man sich dann den ganzen Tag sah und im Grunde keine Minute fuer sich selbst hatte und zum anderen war er mega-eifersuechtig auf meinen Chef und dachte staendig, dass dieser mit mir flirten wuerde, obwohl das nun wirklich nicht stimmte. Vielleicht war es, weil wir manchmal Deutsch gesprochen haben, keine Ahnung :).
    Aber seit ca. einem Monat hat er jetzt einen neuen Job gefunden, ist supergluecklich, viel besser drauf, geht mit einem Laecheln zur Arbeit und kommt mit einem Laecheln zurueck.

    Zurzeit fahre ich noch jeden Morgen mit dem :bike zur Arbeit, hab jetzt noch mehr Grund dazu, denn meinen schoenen Golf bin ich im Grunde jetzt los, weil Greg immer damit zur Arbeit faehrt, um Sprit zu sparen (er arbeitet in Rochester, das sind ca. 25 Meilen von hier) und mir bleibt der Monster-Jeep, den ich hasse wie die Pest und der auch gar nicht zu mir passt. :)

    Meiner Tochter geht es in Deutschland sehr gut, wir telefonieren alle zwei bis drei Tage und sie klingt superfroehlich und ausgeglichen, und bisher konnten wir alle Probleme am Telefon loesen. Mir faellt es sehr schwer, dass sie nicht mehr hier ist. Greg hat mir erzaehlt, dass ich vor ein paar Tagen im Schlaf nach ihr gerufen habe :traurig1, aber daran kann ich mich nicht erinnern.
    Heimweh packt mich hier und da, aber im Grossen und Ganzen geht es mir recht gut.:)

    Langsam wird es hier auch sehr herbstlich, was hier in der Gegend wunderschoen ist. Die Finger Lakes sind ja eine bekannte Weinregion, entsprechend wunderschoen sind die Farben, die man hier so sieht.
    Und irgendwo habe ich gehoert, dass der Winter dieses Jahr nicht so schlimm werden soll, wie sonst. Wenn er wird wie letztes Jahr, dann waere das supergut. Da hatten wir kaum Schnee und relativ milde Temperaturen.

    Vorletzten Sonntag haben wir unsere heissgeliebten Kansas City Chiefs in Buffalo spielen sehen. Leider war das ein schreckliches Fiasko, denn sie haben gespielt wie "girls" (O-Ton Greg). Eigentlich eine Frechheit, wenn ich so drueber nachdenke :beleidigt). Ich denke wir Maedels haetten es besser machen koennen.

    War aber fuer mich ein tolles Erlebnis ein Football Spiel live zu sehen, das ganze Drumherum, echt ein tolles Spektakel.
    Und bis auf einen echten Idioten mussten wir in unseren Chiefs Outfits auch kaum bloede Kommentare ertragen, aber war schon komisch so fast allein zwischen den ganzen Bill's Fans. Naja, einige rote waren noch mit uns da, die wurden dann gebuehrend begruesst.
    Greg's Laune wurde allerdings immer mieser, je laenger das Spiel dauerte und zum Schluss sagte er dann: I wish I had a shovel to dig me out of this stadium. :)
    Mir konnte das meine schlechte Laune aber nicht verderben, schliesslich hab ich meine Jungs mal live und ganz nah gesehen. Und letzten Sonntag haben sie uns ja dann mit einem megaspannenden Spiel und einem Sieg gegen die Saints entschaedigt. :hurra

    Die Atmosphaere bei einem Football Spiel ist unglaublich. Es ist megalaut (ich wuerde sagen lauter als bei einem Fussballspiel, sogar in Dortmund:winke und die Fans sind ja schon toll, naja sind wahrscheinlich ja auch mehr Leute) und dann fliegen Fallschirmspringer ins Stadion, die Hymne wird gesungen, eine Band hat gespielt. Die Fahnenschwinger, die Cheerleaders, macht schon Spass muss ich sagen.

    Anderes Thema: Ein bisschen was zur Krankenversicherung wuerde gerne noch schreiben, einfach als Tip fuer neue Einwanderer.

    Es lohnt sich wirklich zu rechnen. Und eine High Deductible Versicherung ist gar nicht so schlecht, wie es scheint.
    Wir haben das Rechenbeispiel mit Greg's neuem Jobangebot gemacht.
    Meine Versicherung 25 Dollar pro Woche, deductible 2600 Dollar im Jahr und danach Abdeckung 100 % in network, Vorsorgeuntersuchungen sind nicht subject to deductible und werden voll erstattet.

    Gregs Versicherung hat angeboten:
    63 Dollar pro Woche, kein deductible, Abdeckung aber nur 80%, Vorsorgeuntersuchungen waren auch drin.

    Ich zahle im Jahr 1300 Dollar, sollte ich schwer krank werden ist das schlimmste was mir passieren kann 2600 Dollar deductible = 3900 Dollar / Jahr.
    Greg wuerde schon alleine 3276 Dollar im Jahr nur fuer Versicherung zahlen, muesste zwar kein deductible zahlen, dafuer waere er aber nur 80 % abgedeckt.
    Das heisst, wenn sowas passiert wie dieses Jahr: 2 Tage Krankenhaus mit stents setzen = Kostenpunkt 28000 Dollar dann muss er davon 20 % zahlen, mit anderen Worten: 5600 Dollar.
    Und an zweiwoechige Krankenhausaufenthalte moechte ich gar nicht erst denken.....

    Greg hat sich also fuer COBRA entschieden, das kostet ihn jetzt 53 Dollar pro Woche und er hat das deductible von 2600 Dollar, ist aber immer noch guenstiger als eine spouse Versicherung in meiner Versicherung, da wuerden wir 100 Dollar in der Woche zahlen fuer uns beide und er bleibt in der gleichen Versicherung wie vorher.

    COBRA kann er 18 Monate machen und wenn er bis dahin keine bessere Versicherung angeboten bekommt, dann wird er wieder ueber mich versichert.

    Es lohnt sich wirklich genau darueber nachzudenken, wie man sich versichert und welche Versicherung am besten fuer einen ist. Und eine Versicherung ohne deductible ist nicht immer besser.

    So, das war's erst mal wieder. Bis zum naechsten Mal. :winke
  9. am 25.07.2012 um 21:01 (1468 Hits)

    Nach meinem ersten Deutschlandbesuch im Juni 2012 nach genau 10 Monaten USA, bin ich nun wieder zurueck in Canandaigua und hab jetzt wieder ein bisschen mehr Heimweh.

    War schon toll, die vielen lieben Gesichter wiederzusehen, aber der Grund der Reise war ja, meine Tochter nach Deutschland zu begleiten und sie dann dort zu lassen.
    Das ist mir natuerlich sehr schwer gefallen.

    Auf der einen Seite denke ich, dass ich stolz auf sie sein kann, dass sie sich traut, diesen Schritt ohne mich zu gehen, dass sie sich ein eigenes Leben zutraut und den Mut hat, jetzt schon ein bisschen erwachsen zu sein.
    Auf der anderen Seite denke ich, dass sie einfach noch nicht bereit dazu ist, oder bin ich es, die noch nicht bereit ist? Wahrscheinlich eher das zweite, wenn ich ehrlich bin. :hmm

    Wir haben einmal die Woche geskypt und ich rufe sie zwischendurch mal an, mir geht es eigentlich ganz gut, ab und zu kommen mir halt die Traenen, wie auch jetzt gerade, wenn ich drueber spreche.

    Mal sehen, wie es so weitergeht und wie sie sich alleine in Deutschland macht, naja, ganz alleine ist sie ja nicht, gut aufgehoben im Internat ab September und wahrscheinlich ueberwacht per Telefon von meiner Familie und ihrem Papa sowie von mir aus der Ferne.
    Zurzeit tingelt sie mit ihrem Freund mit einem Jugendticket von der Bahn durch Deutschland und hangelt sich von einem Festival zum anderen. Zwischendurch geniesst sie die Zeit in Berlin, einer der schoensten Staedte in Deutschland, wie ich finde (neben Wuppertal natuerlich und Koeln und Borkum und und und...).

    Bei mir laeuft alles den geregelten Gang.
    Ich arbeite, falle abends muede auf die Couch und habe jede Woche ein Drei-Tage-Wochenende, das ich sehr geniesse. Wir verbringen viel Zeit im Garten, wo wir Zucchini, Tomaten, Erdbeeren, Erbsen, Basilikum und Petersilie angepflanzt haben.
    Alles waechst wie verrueckt.
    Wahrscheinlich weil wir jeden Tag Sonnenschein haben und abends immer fleissig giessen.
    Ich habe schon 7 Zucchinis geerntet und habe gestern schnon wieder 4 neue entdeckt, obwohl wir nur 3 Pflanzen gepflanzt haben.

    Ab und zu gehen wir auch mal aus, wie zu Konzerten. Eine von Greg's Lieblingsbands spielt einmal im Monat an verschiedenen Plaetzen, da gehen wir dann oefters mal hin, er kennt einige von den Bandmitgliedern von der High School, und ich finde sie auch richtig gut.
    Sie sind eine Coverband und spielen Songs von Led Zeppelin, The Who, Pink Floyd, Journey und und und. Der Saenger hat eine unglaublich gute Stimme.

    Freunde gefunden habe ich immer noch nicht, aber das liegt auch ganz viel an mir, denn ich habe mir wirklich noch nicht die Muehe gemacht. Zurzeit habe ich einfach keinen Schwung rauszugehen, Fitnessstudios zu besuchen oder irgendwelche Kurse zu machen.
    Mein Leben ist ausgefuellt von Arbeit und Familie und Garten und Verarbeitung von tausend Eindruecken, die ich bisher gewonnen habe.

    Ich freue mich wahnsinnig darueber, dass Greg sich nun endlich bereit erklaert hat, Deutsch zu lernen.
    Ich finde das sehr wichtig, vor allem, wenn er naechstes Jahr mit mir nach Deutschland kommt und wenigstens ein bisschen kommunizieren kann.
    Mal sehen, ob er den Enthusiasmus beibehaelt.

    Das war's dann erst mal wieder. Bis zum naechsten Mal :winke
  10. am 02.05.2012 um 03:17 (2109 Hits)

    Krankenhaus in Amerika

    Wieder eine Erfahrung mehr, an der ich euch teilhaben lassen moechte.
    Diesmal allerdings aus nicht so tollem Anlass, denn gestern und heute habe ich das erste Mal ein amerikanisches Krankenhaus von innen gesehen und viel Zeit dort verbracht und muss sagen, war schwer beeindruckt.

    Anlass war mein GG, der ploetzlich ueber Schmerzen in der Brust klagte und Panik bekam und sofort ins Krankenhaus wollte.
    Es stellte sich dann heraus, dass eine Arterie zum Herzen verstopft war und er bekam einen stent.

    Nun aber mal zu meinen Eindruecken:
    Der Mythos in amerikanischen Krankenhaeusern wird zuerst nach der Kreditkarte bzw. Krankenkassenkarte gefragt bevor irgendwas passiert, hat sich nicht bestaetigt.
    Ich habe die Karte sogar angeboten, aber niemanden hat das interessiert, nur der Name und das Geburtsdatum, damit ein Armband gemacht werden konnte, dann ging's gleich in den Untersuchungsraum und EKG, Blutdruck, Blutabnahme, X-Ray von der Brust, das volle Programm wurde durchgezogen.
    Null Wartezeit, Doktor war sofort da.
    Man wurde ueber alles genau informiert, was als naechstes passiert, worauf gewartet wird, immer wieder schaute jemand nach uns.
    Ganz zum Schluss wurde dann nach der Krankenkassenkarte gefragt und ich musste was unterschreiben, da ging es Greg aber schon wieder einigermassen gut.

    Er kam dann auf ein normales Zimmer, ich durfte mitgehen, obwohl es mitten in der Nacht war und mir wurde gesagt, wahrscheinlich koennte ich ihn am naechsten Tag abholen.

    Das war aber leider nix.
    Es ging in der Ambulanz in ein anderes Krankenhaus, weil noch eine Kontrastmitteluntersuchung gemacht werden sollte, denn im Blut hat man festgestellt, das was mit dem Herzen nicht stimmte.

    Ich bin dann der Ambulanz hinterhergefahren, die waren total suess und haben sogar, als ich an einer roten Ampel stehen bleiben musste angehalten und auf mich gewartet, dann haben sie mir im Krankenhaus genau erklaert wo ich hinmuss.

    Ich hab dann im Parkhaus geparkt, bin in das Riesenkrankenhaus und dachte, ich finde das nie.
    Aber dann wurde mir an der Information gesagt, ich musste einfach nur den langen Gang entlang gehen und immer dem gruenen "G" nachlaufen und dann mit dem gruenen Aufzug nach unten fahren.
    Dort waere dann das Cath lab, wo ich hinmusste.

    Ich bin dann dort angelangt, durch eine Tuer in einen Warteraum, wo mich dann eine total nette Dame gefragt hat, fuer wen ich da waere.
    Ich habe dann Gregs Namen gesagt und dann habe ich seine Patientennummer bekommen und konnte auf einem Monitor verfolgen, was gerade mit ihm passierte.
    blau: Registration
    pink: Pre-Procedure
    hellgruen: In Procedure
    roetlich: Case end (nein, nicht tot, Untersuchung vorbei :))
    orange: post procedure
    yellow: out of area (also ab nach Hause)
    dunkelgruen: Board (Patient bleibt eine Nacht im Krankenhaus)

    Waehrend der pinken pre-procedure Phase durfte ich zu Greg, ich wurde dazu aufgerufen, und mit ihm auf die Untersuchung warten, mit Aerzten sprechen und so weiter.
    Dann wurde ich wieder in den Warteraum gebeten, mir wurde gesagt, dass bei der Untersuchung eine Blockade festgestellt wurde und deshalb jetzt stents gesetzt wurden.

    Dann wurde ich wieder informiert, dass ich jetzt zu ihm koennte.

    Alle waren supernett, super organisiert, alles war supersauber und ich muss sagen, ich war beeindruckt von so viel Kompetenz gepaart mit Menschlichkeit. Wenn man mal irgendwo verloren rumstand, wurde man sofort gefragt, ob man Hilfe brauche. Absolut klasse. :)

    Klar, das kostet uns jetzt ein Vermoegen, ist mir aber egal. Meinem Greg geht's wieder gut und morgen darf er nach Hause. :hurra
  11. am 13.04.2012 um 23:53 (1666 Hits)

    Heute mal ein paar Ansichten oder Eindruecke.

    Je laenger man hier lebt, desto mehr kulturelle Unterschiede stellt man fest.
    Am gravierendsten ist wohl die Kindererziehung.
    Auf der einen Seite werden die Kinder hier in Watte gepackt, soll heissen, niemand darf das Schulgebaeude betreten, der nicht einen Visitor Pass hat, den kriegt man am Eingang von der Dame, die dort den ganzen Tag sitzt und aufpasst.
    Die Schulbusse fahren die lieben Kleinen direkt vor die Haustuer, damit auch ja nichts passiert auf dem Heimweg und man kann die Kinder auch nicht einfach so abholen, man muss eine Karte ausfuellen und unterschreiben und abgeben, bevor man sein Kind mitnehmen darf (das ist alles Elementary School, auf der High School ist es natuerlich anders).
    Und auf der anderen Seite ist es hier scheinbar ganz normal, Kindern mal den Hintern zu versohlen und eine Ohrfeige zu geben.
    Wir hatten hier schon heftige Diskussionen darueber, denn ich bin ein ganz klarer Gegner von Gewalt, in jeder Beziehung. Und wer seine Kinder ohne Gewalt nicht erziehen kann, der sollte besser keine haben. Mein GG ist gleicher Ansicht wie ich, ohne das ging es wohl auch nicht.
    Aber mit der Ansicht steht man hier ziemlich alleine da, unglaublich. Das ist in Deutschland wirklich anders.
    Letztens haben sie bei der Arbeit sogar damit geprahlt, wie sie als Kinder gezuechtigt wurden und fanden das ganz normal. Und natuerlich machen sie das mit ihren Kindern auch.

    Krass finde ich auch diese unglaubliche Glaeubigkeit der Menschen.
    Ich habe letztens Mrs Doubtfire im Bett geguckt und bin dabei eingeschlafen und wach geworden, als im Fernsehen gerade 6 Maenner ueber Bibel und Kirche diskutiert haben. Erst habe ich gedacht, das ist eine politische Diskussion, aber nee...und so was ist hier so oft.
    Dann gibt es eine Christliche Datingseite, fuer die Werbung im Fernsehen gemacht wird, finde deinen gleichgesinnten Partner...
    Und und und.
    Sagt man mal, dass man zwar an Gott glaubt, aber nicht so sehr an die Kirche als Institution ist man gleich Heide.
    Hier wird man auf jeden Fall viel oefter damit konfrontiert als in Deutschland und auch viel hartnaeckiger. Und es gibt wahnsinnig viele junge Menschen, die auch total radikal christlich sind.

    Dann ist mir aufgefallen, dass die Polizei viel oefter eingeschaltet wird, als in Deutschland. Zum Beispiel bei Beerdigungen, wenn der Leichenwagen durch die Stadt faehrt, dann faehrt ein Polizeiauto vor und nach dem ganzen Autokorso von Verwandten und Freunden, faehrt noch ein Polizeiauto hinterher.
    Ebenso mit Krankenwagen, da faehrt auch ein Polizeiauto vor.

    Naechster Punkt ist, dass hier ja alles so auf Hygiene ausgerichtet ist, aber in der Highschool meiner Tochter wird vor oder nach dem Schwimmunterricht nicht geduscht, dafuer haette man keine Zeit....
    Und es waere ja Chlor im Wasser.
    Iiiiiihhh.
    Haette ich das frueher gewusst, haette ich da eingegriffen, meine Tochter hat mir das aber erst erzaehlt, als sie nur noch eine Stunde vor sich hatte und da wollte ich dann kein Fass mehr fuer aufmachen.
    Und die Friseursalons....iiiihhhh, da gibt es ja sogar einen extra Fred hier im Forum, geh ich jedenfalls nicht mehr hin.

    So, das war's erst mal wieder. :winke
    Bis bald
  12. am 19.02.2012 um 17:52 (1607 Hits)

    Lang, lang ist's her seit ich das letzte Mal geschrieben habe.

    Was hat sich veraendert?
    Meiner Tochter geht es hervorragend.
    Ihre schulischen Leistungen sind unglaublich gut, obwohl sie immer noch 3 IB Faecher hat, hat sie einen Durchschnitt von 95,6 %. Finde ich super und bin sehr stolz.
    Sie trifft sich auch inzwischen mit vielen Leuten hier und empfindet die Schule nicht mehr als so eine schlimme Belastung.
    Trotzdem steht die Entscheidung immer noch, zurueck nach Deutschland zu gehen. Wir haben einen Flug fuer uns beide gebucht, Ende Juni, one way fuer meine Tochter und return flight fuer mich [​IMG]
    Meine Gefuehle sind gemischt, ich freue mich unglaublich auf 2 Wochen Deutschland, bin unglaublich traurig, meine Tochter wegzugeben und freue mich riesig fuer sie, dass sie in ihre Traumschule zurueckdarf und ihr Leben so leben darf, wie sie moechte.
    Wir verstehen uns so gut wie nie, und sie weiss, dass ich hier alles stehen und liegen lasse, falls sie mich in Deutschland braucht.

    Und nun bei mir? Gar nicht so einfach, sich zusammenzuraufen, wenn man so lange allein gelebt hat und so seine Gewohnheiten hat.
    Greg und ich haben ein paar Hoehen und Tiefen erlebt in dem halben Jahr. Ist eben doch was anderes, wenn man zusammen lebt und sich jeden Tag sieht.
    Was ihn am meisten stoert ist, wenn Sandra und ich Deutsch reden, denn dann fuehlt er sich ausgeschlossen und denkt, dass wir ueber ihn reden.
    Aber wenn wir am Abend zusammen beim Essen sitzen und Englisch sprechen und dann eine Frage an Greg stellen, kommt zu 80 % : What was that? What did you ask, honey? So dass wir denken, wenn er eh nicht zuhoert, wieso sollen wir dann Englisch reden. Und manchmal tut es eben auch gut, einfach so von der Seele wegzureden und mal nicht Englisch zu sprechen, schliesslich muessen wir das den ganzen Tag in der Schule und bei der Arbeit.
    Was mich am meisten stoert sind Gregs Stimmungsschwankungen. Alles ist super, und auf einmal faengt er aus dem Nichts einen Streit an, meistens ueber Nichtigkeiten, dann knallt er Tueren und flucht ganz furchtbar. Damit kann ich gar nicht umgehen, fuer mich muss immer alles ausdiskutiert werden, wenn mich was stoert, dann sage ich das. Bei mir staut sich auch nichts auf, denn ich warte immer hoechstens einen Tag bis ich sage, was mir nicht passt und lasse es nicht so lange in mir drin.
    Greg scheint alles in sich reinzufressen und dann bringt ein kleiner Tropfen das Fass zum Ueberlaufen. Und manchmal habe ich das Gefuehl, es ist auch einfach nur, um ein Drama anzuzetteln, und da ich ein harmoniesuechtiger Mensch bin, kann ich damit gar nicht umgehen.
    Tausendmal haben wir schon darueber gesprochen, ist ja nicht so, als wenn das erst hier aufgetaucht ist, das war auch schon so, als wir noch telefoniert haben, aber eben nicht so oft. Dann ist er beleidigt, du denkst, das war's jetzt, aber am naechsten Tag ist alles wieder gut, obwohl man nicht mal drueber gesprochen hat.
    Aber trotz druebber reden, geaendert hat sich nie etwas.
    Und dann haben wir vor etwa 3 Wochen ein langes Gespraech gehabt, und da habe ich ihm gesagt, dass ich nicht weiss, wie lange ich das noch aushalten kann, ich kann damit nicht umgehen, das ist fuer mich Kindergarten, Tueren knallen und beleidigt sein habe ich als Kind gemacht, ich finde, aus dem Alter sind wir raus. Und das hat ihn tief beeindruckt und er hat Angst bekommen, mich zu verlieren. Er hat mir gesagt, dass er nicht weiss, warum er manchmal so reagiert, fuer ihn war das ganz letzte Jahr (aus anderen Gruenden, hat nix mit meiner Auswanderung zu tun) nicht einfach und er hat unglaubliche Stimmungsschwankungen und es tut ihm leid, dass er das an mir ausgelassen hat. Nun laeuft alles wieder super und wir sind gluecklich, wie am Anfang.

    Jobmaessig habe ich ja im Forum schon ein bisschen geschrieben, war es recht turbulent die letzten Wochen und ich hatte schwerwiegende Entscheidungen zu treffen.

    Zurzeit arbeite ich ja immer noch in der Verpackung von Wuerstchen und Schinken etc. und habe mich immer weiter nach neuen Jobs umgeschaut, aber wo auch immer ich mich beworben habe, habe ich nie eine Antwort erhalten, das einzige was kam, waren Jobangebote von Versicherungen, bei denen man auf Provisionsbasis arbeitet, nein danke, mein Gehalt ist zwar nicht hoch, aber es ist sicher und kommt jede Woche brav auf mein Konto.

    Und dann kam auf einmal eine Email aus dem Nichts von einer Firma in Rochester, die mein Resume auf einer Jobseite gefunden hat und mir einen Job im Buero angeboten hat.
    10,50 Dollar pro Stunde und eine Bonuszahlung von 750 Dollar pro Monat, aufgrund meiner languageskills in Deutsch. Das waeren umgerechnet ca. 14,80 Dollar pro Stunde gewesen, schlappe 4,80 mehr als ich jetzt verdiene.
    Ich bin zum Vorstellungsgespraech hin und hab den Job sofort angenommen, weil die alle so nett da waren und der Job sich superinteressant angehoert hat. Waeren zwar Arbeitszeiten von 4 Uhr morgens bis 1 Uhr mittags gewesen, aber das aufgrund der Zeitverschiebung mit Deutschland, denn ich haette deutsche Kunden zu betreuen gehabt neben den amerikanischen.

    Freitags hatte ich das Vorstellungsgespraech und Montags bin ich dann gleich zu meinem Chef gegangen und wollte kuendigen, aber dann hat er gesagt, das haette er noch nie jemandem gesagt, aber er moechte mich auf keinen Fall gehen lassen.
    15 Dollar koennte er mir nicht anbieten, aber 13 Dollar und die Option auf Gehaltserhoehung in den naechsten Monaten, wenn ich meine Arbeit gut mache, und er moechte mich im Buero haben, das wollte er schon lange, aber haette wohl einen "push" wie dieses Gespraech gebraucht, das auch endlich durchzuziehen.
    Er wolle mir ein eigenes Buero geben und einen Computer und Schreibtisch fuer mich bestellen und ich sollte mir doch gut ueberlegen, ob ich nicht doch dableiben wollte.
    3 Tage habe ich mir Zeit gelassen und hin und her ueberlegt und mich dann fuer meine alte Firma entschieden, denn ich arbeite gerne dort, es ist gleich um die Ecke und ich arbeite nur 4 x 10 Stunden dort,, habe also immer 3 Tage Wochenende.
    Und die 13 Dollar die Stunde fand ich auch fair, denn 1,80 dollar mehr waere fuer Sprit draufgegangen und da die andere Firma ja so eine komische Regelung mit der Bonuszahlung hatte, verdiene ich in meiner alten Firma mehr wenn ich Ueberstunden mache (naemlich 19,50 und in der neuen Firma waeren es nur 16 Dollar gewesen).
    Mal sehen,ob das die richtige Entscheidung war.

    Bis jetzt ist der Computer und der Schreibtisch noch nicht da, ich hoffe, das geht jetzt schnell.

    Nun noch ein bisschen ueber den amerikanischen Alltag.
    Es ist schoen hier zu leben. Die Menschen sind nach wie vor sehr freundlich, auch wenn man kein "Urlauber" ist, viel kundenfreundlicher und ich liebe den kleinen smalltalk hier und da.
    Was das oberflaechliche angeht, kann ich das allerdings auch bestaetigen, diesmal aus der Sicht meiner Tochter.
    Sie sagt, dass alle superfreundlich sind in der Schule und es kommen dauernd Angebote, wir muessen uns mal treffen dieses Wochenende und dann wird etwas geplant und im letzten Moment sagen sie dann ab.
    Meine Tochter sagt jetzt immer "jaja" und rechnet schon gar nicht mehr damit, dass es klappt, aber sie hat schon die eine oder andere Ueberraschung jetzt erlebt, dass es doch geklappt hat, da gab es movie-evenings, ice-skating und sleep-overs, aber man kann sich nie darauf verlassen, daher hat sie jetzt aufgehoert, sich darauf zu freuen und freut sich erst, wenn es wirklich klappt.

    Ich selbst habe noch keine wirklichen Freundschaften geschlossen.
    Das liegt aber eher daran, dass ich nicht rausgehe, weil ich einfach zu platt von der Arbeit bin und es geniesse, zu Hause mit meinem Mann und meiner Tochter "rumzugammeln"
    Meine engste Vertraute hier ist meine Schwaegerin Sherry, mit der ich mich super verstehe und mit der ich ueber alles reden kann.
    Und wenn ich den Buerojob anfange, dann bin ich auch wieder fit und dann gehe ich mit ihr zu "Planet fitness" und da lerne ich bestimmt ein paar Leute kennen. Hoffentlich. :)

    So, genug Seelenstriptease fuer heute.
    See ya. :winke
  13. am 03.10.2011 um 04:27 (3419 Hits)

    Huhu meine Lieben :winke

    Ich schreib mal ein bisschen in meinem Blog weiter:

    Schule und eine schwerwiegende Entscheidung


    Ich hab's ja schon in mehreren Beitraegen angedeutet, waehrend es mir sehr gut geht, geht es meiner Tochter immer schlechter.

    Da sie ja den Wunsch geaeussert hat, in 2 Jahren wieder nach Deutschland zu gehen, um dort zu studieren, dachten wir, dass es eine gute Moeglichkeit waere, keine Zeit zu verlieren (in 2 Jahren haette sie ja Abitur gemacht), wenn wir sie beim IB Programm anmelden.

    Dies haben wir auch gemacht.
    Ihr Stundenplan ist fuer jeden fast Tag gleich:

    A Tag:
    IB Arts
    IB French
    IB English
    IB Math Methods
    IB Theory
    Lunch
    Gym
    IB Biology
    IB Biology

    B Tag
    IB Arts
    IB French
    IB English
    IB Math Methods
    Study Hall
    Lunch
    Gym
    IB History
    IB History

    Das Doppelstundensystem, das wir von Deutschland gewohnt sind, gibt es hier nicht. Die Stunden sind genau 43 Minuten lang und zwischen jeder Stunde gibt es eine Pause von 4 Minuten, um in den naechsten Klassenraum zu hetzen.

    Jeder Lehrer gibt jeden Tag Hausaufgaben auf und zwar nicht zu knapp.
    English fing an mit einem Text von Ralph Waldo Emerson ueber Self-Reliance. Wenn ihr Lust habt koennt ihr euch den Text ja mal im Internet angucken und versuchen ihn zu verstehen, ich dachte immer, mein Englisch waere ganz gut, aber das hat mich dann doch an die Grenzen gebracht.
    Gott sei Dank haben wir im Internet eine Uebersetzung ins "moderne Englisch" gefunden, ohne die waeren wir total untergegangen.

    In Mathe versteht meine Tochter zurzeit nur Bahnhof und ich muss sagen, auch da komme ich an meine Grenzen und kann ihr nicht mehr helfen.

    Ueber das Tennisteam hatte ich ja schon ein bisschen geschrieben, nimmt wahnsinnig viel Zeit in Anspruch, jeden Tag nach der Schule ist entweder Training oder ein Spiel und das heisst, dass Sandra zwischen 5 und 8 Uhr abends zu Hause ist und dann muss sie noch Hausaufgaben machen, oft sitzt sie bis 12 oder I Uhr daran und um halb 6 klingelt schon wieder der Wecker.

    Sie wirkte nach der ersten Schulwoche schon gestresst, letzte Woche hat sie schon ein paar Mal geweint, weil sie voellig ueberfordert war und heute war dann der Supergau. Sie weinte, dass sie einfach nicht mehr kann. Das war wirklich ein furchtbarer Moment. Ich hatte das Gefuehl, dass sie kurz vorm Burn-out stand.

    Wir haben dann ein sehr langes Gespraech gefuehrt und eine (hauptsaechlich fuer mich) sehr schwere Entscheidung getroffen.
    Wir haben uns entschlossen morgen mit dem Counselor der Schule zu sprechen und sie aus dem IB-Programm herauszunehmen.
    Das heisst, dass sie versuchen will, ins Senior year zu kommen und einen normalen High school Abschluss zu machen und dann zurueck nach Deutschland zu gehen und dort ihr Abitur auf dem Internat zu machen.
    Ich hatte ja gehofft, dass sie vielleicht doch Gefallen an dem Leben hier findet und bei mir bleiben will und nun wird es wohl so sein, dass sie sogar noch ein Jahr frueher nach Deutschland zurueckgeht. [​IMG]

    Aber ich muss sagen, ich habe meine Tochter noch nie so freudlos und verzweifelt gesehen, mit dicken Raendern unter den Augen und total blass.
    Heute habe ich sie endlich mal wieder lachen sehen und singen gehoert, das war ein tolles Gefuehl und hat mich in dem Gefuehl bestaerkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

    Die Schule hier ist auch ganz anders, als wir es von Deutschland gewohnt sind.
    Ueberall in der Schule laufen Security guards herum, es ist in der Schule verboten, sich in den Gaengen aufzuhalten und die Security guards sorgen dafuer, dass das auch eingehalten wird.
    Man darf nicht einmal am Spind auf jemanden warten. Es ist nur erlaubt von Klasse zu Klasse zu gehen. Die Pausen finden ausschliesslich im Schulgebaeude statt, entweder in der Cafeteria (Lunch) oder Study Hall in einem Raum, in dem man nur ruhig lesen und Hausaufgaben machen darf, die Pausen sind auch nicht fuer alle gleich, sondern fallen je nach Stundenplan an, manche haben in der 3., manche in der 4. oder in der 5. Stunde Lunch, manche auch gar nicht, wenn sie mehr Faecher gewaehlt haben.

    Die einzigen Faecher, die meiner Tochter richtig Spass machen sind Franzoesisch (da ist sie die beste in der Klasse, die Klasse besteht aus Juniors und Seniors, die Lehrerin wollte sie in die Senior Klasse stecken, weil sie bei den Juniors voellig unterfordert waere, aber das ging leider nicht) und IB Theory (das ist so ein bisschen aehnlich wie Philosophie, aber ohne schwere Texte, es ging zum Beispiel um unterschiedliche Wahrnehmung und das Hoehlenbeispiel von Sokrates wurde besprochen).
    In Englisch und Geschichte kommt sie ganz gut mit, aber nur mit einem Riesenaufwand an Arbeit zu Hause.
    Biologie und Mathe sind ihre Hassfaecher.

    Wobei ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich den Mathelehrer jeden Tag ertragen muesste, waere das fuer mich schon ein Grund, das Land zu verlassen oder zum Moerder zu werden (ein voellig selbstgerechter, selbstverliebter Spassvogel, der mir am "open house day" der Schule schon so auf den Keks gegangen ist, dass ich am liebsten den Klassenraum verlassen haette.).
    Seine Website heisst :"Mr. Reuters Super Duper Website" - das sagt doch schon alles, oder?

    Die letzten Wochen habe ich nach der Arbeit damit verbracht, meiner Tochter bei den Hausaufgaben zu helfen, so gut ich konnte, und sie seelisch wieder aufzubauen.
    Daher war ich auch nicht so viel online hier.

    Job - Mitarbeiterversammlung, die zum Nachdenken anregt

    Nun mal zu mir und meinem Job

    Ich hab ja erzaehlt, dass mir mein Job, obwohl es ja nur Wuerstchen verpacken ist, dennoch Spass macht und die Leute sehr nett sind und auch die Arbeitsathmosphaere.

    Am Donnerstag letzte Woche hatten wir dann ein "staff meeting" bei dem ich echt gedacht habe, ich bin im falschen Film.
    Fing eigentlich ganz normal an, mir wurde erklaert, dass das Treffen einmal im Monat stattfindet, um Fehler auszuraeumen und zu diskutieren, Fragen zu beantworten, den Mitarbeiter des Monats zu benennen, und die Mitarbeiter zu motivieren usw.

    Soweit so gut.
    Und dann ging es los.
    Es wurde ein Text vorgelesen: Winner vs. Loser

    Ich hab's euch mal kopiert:

    A winner is always part of the answer.
    A loser is always part of the problem.
    A winner always has a plan.
    A loser always has an excuse.
    A winner says: "Let me do it for you."
    A loser says: "That is not my job."
    A winner sees an answer for any problem.
    A loser sees a problem for any answer.

    A winner sees a green near every sandtrap.
    A loser sees two sandtraps near every green.
    A winner says: "It may be difficult but it's possible."
    A loser says: "It may be possible but it's too difficult."

    Dann wurde dieser Text mit dem Satz geschlossen:

    LET US BE A WINNER!!!

    Idiotische Fragen wurden gestellt, bei dem sich die Mitarbeiter melden sollten, ich kam mir vor wie im Kindergarten.

    Dann wurde noch mal betont, wie dankbar wir doch sein muessten, dass wir bezahlte Feiertage haetten, aber natuerlich muessten wir das auch ein bisschen vor und nacharbeiten, das waere ja selbstverstaendlich, und wer das nicht wollte....man muesste die Feiertage ja nicht bezahlen, nach dem Gesetz koennten sie ja den Laden einfach dicht machen und wir wuerden kein Geld bekommen.

    Ich dachte nur, wenn ich dir jetzt dafuer drei mal am Tag die Fuesse kuessen muss, dann kriege ich den Tag lieber nicht bezahlt.

    Ich kam mir ein bisschen vor, wie in so einer Sekte oder wie bei so einer Walmart Veranstaltung fuer Mitarbeiter (da hatte Emmaglamour mal so ein Video geposted) oder wie beim Film "Der Scheinheilige" mit Steve Martin.

    Ok, das aendert jetzt nichts daran, dass ich trotzdem gerne dort zur Arbeit gehe, aber gab mir zu denken und zeigt auch ein bisschen, wie das hier in Amerika teilweise laeuft.

    to be continued...... :usa
  14. am 01.09.2011 um 20:37 (1784 Hits)

    Hab mir ueberlegt, ich unterteil mal ein bisschen, damit nicht jeder alles lesen "muss" und den fuer ihn langweiligen Part auslassen kann:

    Handy

    Zunaechst einmal, es gibt keine biliigen Handyvertraege (jedenfalls habe ich keine gefunden).

    Prepaid ist auch nicht wie bei uns, sondern man bezahlt trotzdem eine Pauschale im Monat, je nachdem was man haben moechte, unlimited texting, calling und/oder data (internet).
    Der einzige Unterschied zu den Telefonvertraegen ist, dass man sie jeden Monat erneuern muss bzw. auch jeden Monat damit aufhoeren kann.
    Es gibt auch "phone as you go", das ist mit unserem prepaid zu vergleichen, macht aber eigentlich keiner, der sein Telefon oefter mal benutzen will, denn dann zahlt man jeden einzelnen Anruf, text message oder Internetauftruf und das ist ganz schoen teuer.

    Die prepaid phones bekommt man zwischen 30 iund 60 Dollar im Monat, je nachdem was man haben will.
    Die Telefone sind....naja, nicht so toll, reicht aber, wenn man keine hohen Ansprueche stellt.

    Die Vertraege schliesst man, wie in Deutschland, fuer 2 Jahre ab und bekommt dann auch eine Preisreduzierung fuer das Telefon.
    Man muss ein Telefon kaufen, das vom jeweiligen Anbieter ist,. Hast du einen Verizon Vertrag, brauchst du auch ein Verizon phone, genauso bei T-Mobile, boost, AT&T und wie sie alle heissen.

    Wir haben uns fuer Verizon entschieden, da mein Goettergatte schon dort ist und wir aus seinem einzelnen Plan jetzt einen Familienplan gemacht haben. Ist zwar recht teuer, aber hat wohl eine sehr gute Netzabdeckung im Gegensatz zu den anderen Anbietern.

    Sandra hat sich ein Verizon phone bei Amazon bestellt, weil sie die Telefone in den Verizon shops hier nicht so toll fand, es darf nicht gelockt sein und nicht aelter als Baujahr 2001 (was ja locker zu schaffen sein sollte, so'n alten Knochen kauft ja keiner). Mein Telefon kann texten, hat eine Kamera und .... oh Wunder, man kann sogar damit telefonieren... :wohoo

    Die ganze Telefongeschichte war ein richtiges Drama, denn mach mal zwei Telefonverwoehnten deutschen Frauen klar, dass Telefonieren jetzt teuer wird, wir mussten da erst mal durchsteigen und ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich Durchblick hatte, Greg war ueberaus genervt und wollte nachher das Wort Telefon nicht mehr hoeren....
    Aber hallo? Wenn ich mich fuer 2 Jahre festlege, moechte ich zumindest ein bisschen Bedenkzeit haben....

    Schule und Sport

    Die Anmeldung zum Tennisteam hat meine Tochter recht unbedarft gemacht, nichts ahnend, dass hier alles ein "bisschen" ernster genommen wird, als in Deutschland.

    Tennisteam heisst:
    Schon in den Ferien mit dem Training anfangen und gegen andere Highschools antreten, Training dauert 3!!!! Stunden, waehrend der Schulzeit wird dann pro Tag auf 1,5 Stunden reduziert oder aber man hat ein Spiel gegen eine andere Highschool, da ist man dann erst um 9 oder 10 Uhr zu Hause...und dann noch Hausaufgaben.....uffff

    Man unterschreibt einen Vertrag:
    1. Schulnoten duerfen nicht darunter leiden, ansonsten wird sofort Strafarbeit, sprich Nachhilfe verordnet.
    2. No drugs, no alcohol, no tobacco....ansonsten Strafen, die auch Auswirkungen aufs ganz Schuljahr haben
    3. Man darf sein Team nicht im Stich lassen, wenn man dem Team beitritt gibt es nicht nur Spass am Tennisspielen, man verpflichtet sich, immer zum Training zu kommen und jedes Spiel mitzumachen, nur in Ausnahmefaellen darf man mal fernbleiben.
    Auch das gibt gleich Strafen, denn das schadet dem Team und das geht gar nicht.

    Schule und Freunde

    Sandra hat, seit sie im Tennisteam ist, 12 neue Freunde auf Facebook. Alle feuern sie an, wenn sie einen guten Ball geschlagen hat und alle sagen: "good try" wenn's mal daneben geht.
    Gestern wurde sie von einem Senior in der Highschool rumgefuehrt (Orientation for new pupils) und gleich schreiben die beiden auf Facebook und das Maedel hat ihr angeboten, falls das Training mal verschoben wuerde, duerfte sie gerne bei ihr zu Hause vorbeikommen und muesste nicht wieder den langen Weg nach Hause fahren, denn sie wohne ja direkt neben der Schule.

    Alle sind hier sehr aufgeschlossen und sehr hilfsbereit. :drueck

    Post

    Ich dachte immer, dass der Brieftraeger das rote "Faehnchen" hochmacht, wenn er Post bringt....falsch gedacht:

    Wenn man moechte, dass die eigene Post abgeholt wird, dann steckt man sie einfach in den Briefkasten und macht das Faehnchen hoch, dann weiss der Brieftraeger, da ist Post drin, die muss ich mitnehmen.
    Und ich hab mich schon gewundert, dass es hier so wenige Briefkaesten gibt und dachte, man muss die Post zum post office bringen...
    wieder was gelernt :applaus
  15. 29.08.2011


    Habe mich entschlossen einen Blog zu schreiben, auch als Tagebuch fuer mich.
    Seit 8 Tagen bin ich nun hier :usa Alles ist neu und aufregend, denn schon jetzt merkt man, dass das Leben hier doch anders ist, als ein paar Tage Urlaub hier und da.

    Nach einem Horror-Flugzeug-Trip mit Umkehren wegen technischen Defekts und insgesamt 5 stuendiger Verspaetung sind meine Tochter und ich endlich um 11 Uhr nachs in Rochester gelandet.

    Die ersten Tage habe wir damit verbracht, Koffer und Kisten auszupacken, Telefone zu besorgen, Geschaefte abzuchecken (hauptsaechlich nach vegetarischem Fleisch) und einigem anderen buerokratischen Kram.

    Direkt am Dienstag hatte ich einen Termin bei der school administration gemacht, um meine Tochter an der Schule anzumelden.
    Wir mussten tausend Formulare ausfuellen, ihre Zeugnisse wurden kopiert.
    Interessant fanden wir, dass wir die Hautfarbe angeben mussten....haben uns gefragt, wofuer? :)
    Und schliesslich waren wir uns einige, dass es wahrscheinlich einfach nur statistische Zwecke sind.

    Uns wurde dann gesagt, dass Sandras Akte jetzt zum counseling office geschickt wird, die melden sich dann bei uns und machen einen Termin, um ihren Stundenplan zu besprechen.

    Das passierte dann gestern, wir haben dann fuer den gleichen Tag einen Termin gemacht.
    Den Counselor kannten wir schon vom letzten Jahr, als Sandra die Highschool mal probeweise besucht hat.
    Er war supernett, hat sich zwei Stunden Zeit fuer uns genommen, uns die ganze Schule gezeigt, den Stundenplan mit uns ausgearbeitet. Echt super.
    Sandra hat sich dann fuers Tennisteam angemeldet, uns wurde gesagt, dass sie schon vor 1 Woche angefangen haben zu trainieren, aber sie koennte noch dazustossen und heute um 8 Uhr morgens waere Training, da sollte sie doch gleich mal hingehen.
    Hat sie auch gemacht, jetzt ist fast 11 Uhr und sie ist immer noch nicht wieder da :)

    Die Schule ist super, riesige Sportanlagen, davon allein vier Tennisplaetze.
    Die Schule selbst ist wie im Fernsehen, wie man es aus den Teeniefilmen so kennt.

    Bin mal gespannt, was sie so erzaehlt, wenn sie gleich wiederkommt.
    to be continued....


    Um halb 12 war sie wieder da.......
    3 Stunden Training, morgen das gleiche nochmal und am Freitag gleich ein Spiel.

    Waehrend der Schulzeit jeden Tag 1,5 Stunden Training, von 3 bis halb 5.
    Ufffff
    Und man unterschreibt einen training rules contract und einen code of conduct, Himmel nehmen die das hier ernst.

    Aber sie will es mal ausprobieren, war zwar wohl anstrengend, hat aber auch Spass gemacht.:)