My life in the US Teil 15

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Mein letzter Blog-Eintrag war von Mai 2014....schon wieder ueber 2 Jahre her. Unglaublich, wie die Zeit vergeht.
Eigentlich darf ich meinen Blog gar nicht mehr so nennen, denn mein life spielt sich nun doch mehr in Deutschland ab als in den USA, aber ich bleibe erst einmal dabei.

Viel hat sich getan.
Wie schon im Blog beschrieben, ging es wieder zurueck auf die Insel und meine Tochter ist nach Berlin gezogen. Ich habe dann angefangen, Bewerbungen zu schreiben, um auch nach Berlin zu ziehen und nach etwas mehr als einem Jahr hat es dann auch geklappt.
Ich habe mir hier eine kleine Wohnung genommen und nun kann ich mein Toechterchen wann immer uns danach ist, zum Tee treffen, ins Kino gehen, kochen etc. pp. Einfach herrlich :hurra

Mit Greg habe ich weiter Kontakt gehalten. Wir haben mindestens einmal pro Woche telefoniert und ich bin auch im Januar 2015 wieder hingeflogen, um ihn zu besuchen.
Bei der Gelegenheit habe ich dann auch meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sowie Chefin und Chef besucht. Da wurde mir dann Leid geklagt, mein Nachfolger und Nachfolgerinnen (nach einem halben Jahr war die vierte Nachfolge besetzt) wuerden den Job nicht richtig machen, alle wollten mich wiederhaben. Staendig wuerden Sachen fehlen oder viel zu viel da sein. Naja, mein Chef hatte dann die Idee, ob ich nicht von Deutschland aus remotely den Einkauf machen koennte, falls Nummer 4 auch so grottenschlecht waere, zumindest bis ein adaequater Ersatz gefunden wuerde. Da habe ich natuerlich gesagt, dass ich mir das sehr gut vorstellen kann.

Ich bin dann erst einmal wieder nach Hause geflogen, und es kam wie es kommen musste, die Dame hat auch wieder danebengehauen und musste gehen.
Seitdem arbeite ich ca. 10 Stunden die Woche gemuetlich von der Couch aus, neben meinem eigentlichen Job bei der DRV Bund. Und wenn ich rueberfliege, arbeite ich Vollzeit und zahle so die vielen Fluege. Mit Greg verstehe ich mich im Moment wunderbar, als Freunde. Wir telefonieren wieder fast taeglich, aber nicht mehr so gezwungen als muss wie frueher, sondern eher aus Lust und Laune.
Wenn ich da bin, wohne ich auch dort, da hatte ich am Anfang sehr Bedenken und mir bei Airbnb immer eine Notfallherberge gebucht, aber es klappte immer sehr gut, so dass ich das jetzt nicht mehr brauche, ich hab mein eigenes Zimmer im Haus und trotzdem lebt man mit der Familie und nimmt am Alltagsleben teil. Greg und ich unternehmen auch immer noch viel miteinander, essen gehen, Kino Konzerte und koennen inzwischen viel besser miteinander reden als frueher.
Wir beide glauben aber nicht, dass wir noch einmal zusammenkommen koennten. Dazu ist einfach zu viel passiert, zu viel Vertrauen verloren gegangen. Aber so ist es wirklich nett. Und im Sommer kommen Greg und Alex mal wieder nach Deutschland, um mich zu besuchen.

Mein Chef bedraengt mich allerdings jedes Mal wenn ich da bin, doch ganz zurueckzukommen und hat mir jetzt ein Angebot gemacht, dass sehr schwer auszuschlagen ist. Aber Geld ist ja nicht alles und ich bin einfach so froh, wieder bei meiner Tochter zu sein (auch wenn sie gerade ein Auslandssemester in La Réunion macht). Von 9 Dollar Stundenlohn in der Wuerstchenverpackung den Job als Plant Manager angeboten zu bekommen, ist schon der Hammer :hammer
Und ich koennte mir auch gut vorstellen, wieder in den USA zu leben (allerdings im eigenen Reich).
Aber meine Verbundenheit zu Deutschland, meiner Familie .....und naja, ich bin Vegetarierin aus Ueberzeugung und arbeite in der Fleischindustrie, das passt einfach gar nicht...... Habe staendig ein schlechtes Gewissen und kann gar nicht in den Spiegel gucken :ohshit

An der Grenze hatte ich bis auf einmal (eine kleinere Diskussion) nie Probleme mit meiner Green Card, aber mir war schon bewusst, dass die Hin- und Herhopserei auf Dauer nicht gut gehen wuerde.
Mit dem Gedanken gespielt hatte ich ja schon vor 2 Jahren, aber im November letzten Jahres habe ich mich dann entschlossen, zu versuchen, die amerikanische Staatsbuergerschaft zu erhalten. Das hat jetzt auch geklappt und lange Rede kurzer Sinn, damit sind mir jetzt alle Tueren offen und ich muss keine Bange mehr um meine US-Arbeitserlaubnis haben. :usa :wohoo

Ich weiss, dass mein Chef nicht mehr lange auf mich wartet und irgendwann jemanden in Vollzeit einstellt, aber ich habe ein kleines bisschen die Hoffnung, dass wieder nur Schrott eingestellt wird und ich dann eventuell spaeter noch einmal die Moeglichkeit habe, meine Entscheidung zu ueberdenken.
Mal sehen, was die Zukunft so bringt. Ich bin gespannt. :winke
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