My Life in the US Teil 12

Veröffentlicht von anjaxxo in dem Blog anjaxxo's Blog. Aufrufe: 209

am 16.12.2013 um 18:00 (1037 Hits)

Tja, die letzten Blogs waren wohl immer sehr negativ, daher wird dies hier ein positiver, nur damit man nicht denkt, dass alles hier :scheisse ist.

Am Freitag abend hatten wir Weihnachtsfeier von der Firma, und wie ich ja schon im "es geht mir gut" Fred geschrieben habe, bin ich employee of the year geworden.
Das war toll, aber was ich noch viel toller fand war, dass fast alle Mitarbeiter auf mich zugekommen sind, mir gratuliert haben und sich mit mir gefreut haben. Fast alle haben mir gesagt, was sie an meiner Arbeit und an mir gut finden. Und das klang alles andere als das uebliche nette oberflaechliche Gerede, das war wirklich ehrlich gemeint. Ich denke, ich kann das inzwischen ganz gut unterscheiden.
Was ich damit sagen will, mir faellt auf, dass der Neid hier weniger ausgepraegt zu sein scheint, als in Deutschland. Ich will das hier nicht verallgemeinern, aber ich kann mir vorstellen, dass in unserer Klinik viele insgeheim gedacht haetten: Wieso denn die? Ich haette das viel mehr verdient. Oder man wuerde tuscheln, warum gerade die das bekommen hat. Sicherlich haette sich hier auch jeder selbst fuer sich gefreut, aber die Mitfreude war so nett und tat so gut, so dass man gar kein unangenehmes Gefuehl haben musste, sondern sich selbst auch richtig freuen konnte.

Etwas anderes positives ist, wie man hier mit alten Menschen oder Behinderten umgeht. Sie werden sehr umsorgt, respektiert, fast schon hofiert. Ich finde das sehr schoen. In Deutschland hatte ich oft das Gefuehl, dass alte Menschen oder Behinderte oft (bildlich natuerlich) in die Ecke gestellt werden und eher laestig sind.
Hier sind sie bestimmt nicht weniger Arbeit, aber man laesst es sie nicht so spueren.

Was mir auch auffaellt ist die Beteiligung der Eltern an schulischen Aktivitaeten. Ob es Konzerte sind, Sportveranstaltungen etc. die Aulas und Sportplaetze sind immer gut gefuellt, bei Elternabenden kommen fast alle Eltern (in Deutschland haben wir manchmal bei einer Klasse von 33 Schuelern mit 11 Leuten da gesessen) und oft kommen auch Vater und Mutter (in Deutchland waren es meistens Muetter und nur vereinzelt Vaeter). Da platzt auch schon mal ein Klassenraum aus allen Naehten.

Natuerlich ist das auch wieder nur ein persoenlicher Eindruck und nur hier fuer den Staat, die Stadt in der ich lebe, aber ich habe es auch schon oft von anderen Auswanderern in allen Teilen Amerikas gehoert, dass sie den gleichen Eindruck hatten.

Und ich wollte es auch einmal herausstellen, denn in Amerika ist nicht alles schlechter, wie man vielleicht aus meinen vorigen Blogeintraegen vermuten koennte, vieles ist besser, vieles ist schlechter, manches ist gleich gut.

Es stellt sich eben einfach die Frage, was einem im Leben wichtig ist und in welchem Land man dies dann eher findet.
Vieles, das ich negativ sehe, hat sicherlich mit meinem Allgemeinzustand zu tun, meinem Heinweh, der Sehnsucht nach meiner Tochter und den ganzen Problemen, die ich mit meinem Mann habe.
Sicherlich ist vieles unserer Probleme mit kulturellen Unterschieden zu erklaeren, vieles aber auch nicht.

Jetzt geht es erst einmal nach Deutschland in 3! Tagen und dann werde ich meine Situation mal genau ueberdenken, ein bisschen mit meinen Freundinnen und meiner Familie quatschen und dann sehe ich weiter.

Euch allen schoene Weihnachten und einen guten Rutsch!
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