Warum... willst du auswandern/ bist du ausgewandert???

sylvia

Well-Known Member
Ehe-GC
Ich hatte neulich ein Jobangebot (eigentlich wollte ich nur ein Auto kaufen - aber die wollten mich gleich zum verkaufen anheuern) bekommen. Klang eigentlich nicht schlecht aber als ich die Arbeitszeiten und vor allem den Urlaub (nämlich KEINEN und nach einem Jahr 5 gigantische Tage) gehört habe, ist mir die Kinnlade runter gefallen. Habe dankend abgelehnt. Das ist ja moderne Sklaverei!!!
Sowas mache ich nicht ... echt nicht. Ich wollte nicht hierher, bin nur wegen meinem Mann hier.
Der hat 30 Tage frei und unser größtes gemeinsames Hobby ist Reisen. Das kann man mit so einem Job vergessen.

Bei mir ist es ja nicht so schlimm - ich werde mir einfach was in Teilzeit suchen oder mit flexiblen Zeiten.

Aber wenn man hier auf die Arbeit angewiesen ist, ist das ein dickes fettes minus für die USA aus meiner Sicht!!!
20 Tage finde ich ja ok ... aber selbst um das hier zu finden muss man Glück haben.
Als wir im April hier ankamen hatte mein Mann auch erst mal fuer Chevrolet geabreitet, aber die Zeiten waren einfach total uebertrieben und vom Urlaub...ja dazu muss ich nichts sagen.
Da wo er jetzt arbeitet ist es ganz ok. Er hat 1 Tag unter der Woche und 1 Tag am WE frei. Urlaub, ja da muss er auch erst 1 Jahr da arbeiten um ueberhaupt mal frei nehmen zu koennen....er sucht ja noch immer weiter Zwecks Goverment Job ;)
 

anjaxxo

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Da ich seit Jahren schon in Deutschland amerikanische Verhaeltnisse habe beim Arbeiten, sehe ich dem ganzen locker entgegen.
Als alleinerziehende Mama arbeite ich seit 6 Jahren 2 Jobs mit teilweise zusammen 12 Stunden Arbeit pro Tag (manchmal aber auch weniger) und Wochenendarbeit.
Meine Tochter ist im Internat und ich fliege alle naselang zu meinem Freund, das kostet richtig Geld....
Aber ich habe immer das Gefuehl, je mehr ich arbeite, desto besser organisiert bin ich, wenn ich mal weniger arbeite, was hier auf der Insel im Winter der Fall ist, kriege ich hier zu Hause weniger gebacken, weil ich alles vor mir herschiebe.
Mein Freund sagt immer, wenn ich in Amerika bin, dann will er nicht mehr, dass ich so viele Stunden arbeite....mal sehen, ob wir uns das leisten koennen.
Ich will auf jeden Fall einmal im Jahr nach Deutschland, vor allem wegen meiner Tochter, sollte ich dann nicht genuegend Urlaub dafuer haben, werde ich eben unbezahlten Urlaub nehmen, da klotze ich lieber in der restlichen Zeit rein, bin ich ja eh gewohnt.
Mal sehen, ob ich ueberhaupt was finde, aber ich denke, wenn ich wirklich will finde ich auch was, bin auch nicht sehr waehlerisch und wuerde fast alles machen, auch wenn es am Anfang nur ein Hungerlohn ist. :winke
 
Oder man muss sehr gut verhandeln können und idealerweise einen Beruf ausüben, in dem ein Arbeitnehmermarkt besteht.

Im Schnitt haben die US-Amis wohl 15 Tage Urlaub pro Jahr, habe ich gerade neulich gelesen, aber in den unteren Verdiensträngen kenne ich auch Regelungen mit 0 bis 5 Tagen als "normal". In Männes Firma haben die Produktioner auch im ersten Jahr keinen Urlaub und ab dem zweiten Jahr nur eine Woche. Und die wird oft sogar vorgegeben. Das ist für jemanden, der 30 Tage pro Jahr gewohnt ist, natürlich ein ganz schönes Brett.
Es gibt aber auch US-Unternehmen, die 30 Tage einräumen. Meine Ex-Mitbewohnerin hatte bei ihrem Arbeitgeber als Projektmanagerin in der IT ohne Studienabschluss (1 Semester College) 30 Tage Urlaub, 7 bezahlte Feiertage, unbegrenzte Krankentage, Bonuszahlungen, voll bezahlte KV inkl. Dental (mit Zuzahlung zwar, aber immerhin), Stock-Options, 401K-Leistungen und noch einigen kleineren Gimmicks, und sie konnte von Zuhause aus arbeiten, also wurde ihr auch Internetanschluss, Telefonanschluss, Arbeitszimmerzulage gezahlt. Das fand ich wiederum hervorragend und selbst für deutsche Verhältnisse wäre das ungewöhnlich gut gewesen, fand ich. Man findet hier also beide Extreme.

Du findest sicher auch eine Position, die Dir zusagt.

Bei mir ist das gleiche, im ersten Jahr gibt es keinen Urlaub, nur 6 Tage PTO. Ab dem zweiten Jahr dann zwei Wochen Urlaub plus 6 Tage PTO. Nach fuenf Jahren waeren es dann 3 Wochen + 6, nach 10 4 + 6 und nach 20 Jahren Betriebszugehoerigkeit haette man dann deutsche Verhaeltnisse erreicht mit 5 Wochen Urlaub und 6 PTO...
Und so in der Art funktioniert das hier bei vielen Unternehmen, unabhaengig von Verdienstraengen.


Ich denke, das liegt aber auch sehr an der Region, also im Nordosten sind ja Gewerkschaften deutlich staerker als hier im Sueden, da kann man dann vielleicht auch mit etwas mehr rechnen.

Allgemein nervt mich aber auch die Unflexibilitaet bei den Arbeitszeiten, also bei uns ist die Arbeitszeit von 8-17 Uhr, ein Abweichen ist kaum moeglich. Da wuerde ich mir schon manchmal ein Gleitzeitmodell wie in Deutschland wuenschen...
 
W

Wisi

Guest
Sowas mache ich nicht ... echt nicht. Ich wollte nicht hierher, bin nur wegen meinem Mann hier.
Der hat 30 Tage frei und unser größtes gemeinsames Hobby ist Reisen. Das kann man mit so einem Job vergessen.

Wobei man bei dieser Art Job meist unbezahlten Urlaub nehmen kann...

20 Tage finde ich ja ok ... aber selbst um das hier zu finden muss man Glück haben.

Oder aber fuer eine Schule arbeiten, dann hat man den ganzen Sommer ueber frei... :)
 

Emmaglamour

Well-Known Member
Greencard
Da ich seit Jahren schon in Deutschland amerikanische Verhaeltnisse habe beim Arbeiten, sehe ich dem ganzen locker entgegen.
Als alleinerziehende Mama arbeite ich seit 6 Jahren 2 Jobs mit teilweise zusammen 12 Stunden Arbeit pro Tag (manchmal aber auch weniger) und Wochenendarbeit.
Meine Tochter ist im Internat und ich fliege alle naselang zu meinem Freund, das kostet richtig Geld....
Aber ich habe immer das Gefuehl, je mehr ich arbeite, desto besser organisiert bin ich, wenn ich mal weniger arbeite, was hier auf der Insel im Winter der Fall ist, kriege ich hier zu Hause weniger gebacken, weil ich alles vor mir herschiebe.
Mein Freund sagt immer, wenn ich in Amerika bin, dann will er nicht mehr, dass ich so viele Stunden arbeite....mal sehen, ob wir uns das leisten koennen.
Ich will auf jeden Fall einmal im Jahr nach Deutschland, vor allem wegen meiner Tochter, sollte ich dann nicht genuegend Urlaub dafuer haben, werde ich eben unbezahlten Urlaub nehmen, da klotze ich lieber in der restlichen Zeit rein, bin ich ja eh gewohnt.
Mal sehen, ob ich ueberhaupt was finde, aber ich denke, wenn ich wirklich will finde ich auch was, bin auch nicht sehr waehlerisch und wuerde fast alles machen, auch wenn es am Anfang nur ein Hungerlohn ist. :winke
Super Einstellung. Damit wirst Du gewiss schnell etwas finden, das Dir Spaß macht.
Allgemein nervt mich aber auch die Unflexibilitaet bei den Arbeitszeiten, also bei uns ist die Arbeitszeit von 8-17 Uhr, ein Abweichen ist kaum moeglich. Da wuerde ich mir schon manchmal ein Gleitzeitmodell wie in Deutschland wuenschen...
Das kann ich verstehen, und die flexible Arbeitszeit ist einer der beiden Hauptgründe, warum ich so gerne freiberuflich arbeite (auch wenn ich fürs gleiche Geld erheblich mehr keulen muss als Festangestellte, die letztlich das Gleiche machen). Ich kann eben wirklich nach Stimmung, Lust und Laune arbeiten, so lange ich meine Deadlines einhalte, und wenn ich erst mittags anfangen und dafür bis Mitternacht arbeiten will, dann ist das ebenso möglich wie schn um 5 Uhr morgens am Schreibtisch zu sitzen und mittags für einen halben Tag den Stift fallen zu lassen. Ich liebe das.
 

Rynoa

Well-Known Member
Ehe-GC
nein, in dem expliziten Beispiel hätte ich auch nur 1 Woche unbezahlten Urlaub pro Jahr nehmen dürfen - und das auch nur weil man ja versteht dass ich mit einem Soldaten verheiratet bin und falls der mal in den Irak muss, versteht man natürlich dass ich eine (!!! nicht mehr) Woche mit ihm haben will. So als müsste ich für dieses unglaublich großzügige Angebot überaus dankbar sein.
Außerdem bekommt man die Komission nur ausgezahlt wenn man mehr als 9 Autos im Monat verkauft. Drunter kriegt man nur den popeligen Stundenlohn.
Ich fand das schon ein echtes Brett wie Emma schon sagte ...

Aber naja .. auf der anderen Seite hatte ich ein Jobangebot bevor ich überhaupt anfing nach einem Job zu suchen ... das würde einem in Deutschland wohl auch nicht allzu oft passieren.
 

fine

Active Member
Also was hier so zweck Job erzählt wird ist schon hart.
Aber da es mir in Deutschland nicht viel besser geht kann ich da leicht drüber weg sehen!

In meinen ersten 2 Ausbildungsjahren habe ich in eimem 4 Sterne Superior Hotel in einer Beatyfarm gearbeitet. Wenn wenig los war nur von 8.30 bis der letzte Kunde ging, konnte so um 13 oder 14 Uhr gewesen sein, wenn man Pech hatte und es waren Idioten-Kunden auch erst um 24 Uhr. Samstag Sonntag waren ja eh Hochzeiten, da kamen wir meist schon um 7 Uhr. Nach der Berufsschule bin ich auch immer hin zum Arbeiten bis spät in die Nacht musste meine Arbeit ja wieder nachholen, die ich während der Schule nicht machen konnte.

Geläppert hat sich das, hatte glaube 2 Wochen am Stück frei in der ganzen Zeit, bin mit 15 weg und hatte soooo Heimweh und konnte da nur 2 Wochen hin, das war schon schlimm für mich. Habs aber überstanden, nach 2 Jahren knapp 6 Monate unbezahlte Überstunden, war schon heftig :)

Jetzt ist es nicht mehr ganz so schlimm ;) Wochenendarbeit nur noch selten aber bezahlt, aber Urlaub ist dennoch spärlich und hab nach einem Jahr 1 Monat Überstunden...

Und nebenbei hab ich auch noch 2 Jobs, also wird nicht langweilig!



EDIT: Was ich noch sagen wollte, man sollte nicht in die USA gehen und denken, man findet sofort den perfekten Job mit Zich bezahlten Urlaubstagen und was weiß ich noch alles. Man sollte erst einmal was haben, arbeiten, und dann kann man sich ja immernoch nach was besseren umsehen, vielleicht gehts schnell vielleicht auch nicht...
 
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Rynoa

Well-Known Member
Ehe-GC
Fine, in Deutschland sind 20 Tage Urlaub gesetzlich vorgeschrieben. Wenn du auf die nicht bestehst, ist das irgendwo selbst verschuldet ...

Ich hatte in Deutschland 30 Tage bezahlten Urlaub den ich im Prinzip nehmen konnte wann ich wollte (mit Urlaub und Weihnachtsgeld) - 35 Stunden pro Woche und Gleitzeit!! Noch dazu habe ich gut verdient ...
Das Paradies auf Erden sozusagen.
Mir ist schon klar dass ich hier nicht gleich was vergleichbares finde, ich bin ja kompromissbereit. Aber meine Kompromissbereitschaft endet bei weniger als 20 Urlaubstagen pro Jahr ;)
Mir ist egal was ich mache und wieviel ich verdiene, ich würde auch umsonst arbeiten am Anfang. Ich würde auch Kuhställe ausmisten ... aber meinen Urlaub brauch ich. Unbedingt. :kicher
 
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Mela

Well-Known Member
Haha, so einen Job im Autohaus hatte ich auch erst. 5 Tage inkl. Samstag arbeiten, von 9-20 Uhr, auch länger wenn erforderlich. Provision gab es nur wenn man genug Autos verkauft hat, ansonsten musste der Lohn zurückgezahlt werden. Kein Urlaub im 1. Jahr, ab dem 2. Jahr dann 5 Tage....
Jetzt habe ich zwar keinerlei benefits, aber kann wenigstens großzügig unbezahlten Urlaub nehmen *g*
 

Rynoa

Well-Known Member
Ehe-GC
:winke Mela, scheint so als würden die gerne Deutsche anheuern!? War es auch ne deutsche Automarke?

Hier bei uns wurde noch eine Deutsche gleich zum BMW verkaufen angeheuert, obwohl sie eigentlich nur ein Auto kaufen wollte.
Bei mir wars VW "you're german and you know a lot about VW - we'd hire you in a heartbeat" ... anscheinend ist der deutsche Akzent verkaufsfördernd :totlach

Was machst du denn jetzt?
Ich suche auch sowas - benefits brauch ich nicht, nur frei will ich nehmen können :)
 
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