Auch mit abgeschlossenem Master-Studium kaum eine Chance auf Greencard?

Dieses Thema im Forum "Green Card" wurde erstellt von Kresljedos, 19. August 2018.

  1. Kresljedos

    Kresljedos New Member

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    Hey Leute :)

    Seit einigen Jahren reizt mich der Gedanke, in die USA auszuwandern, und ich habe früher immer gedacht, mit einem hohen Bildungsabschluss wird man da keine Probleme haben. Doch nach intensiveren Recherchen in letzter Zeit bin ich mir da überhaupt nicht mehr sicher.

    In wenigen Jahren werde ich einen Master-Abschluss in der Fachrichtung Linguistik an einer deutschen Universität haben. Mein Plan war es, hinterher ein paar Jahre Berufserfahrung in Deutschland zu sammeln und dabei auch ein gewisses, für die Auswanderung nötiges finanzielles Polster aufzubauen. Danach wollte ich die Greencard beantragen und schon von Deutschland aus Jobsuche gehen, sodass ich direkt nach dem Umzug anfangen kann zu arbeiten.

    Laut meinem aktuellen Wissensstand ist das aber gar nicht möglich. Könnt ihr das bestätigen? Soweit ich nun informiert bin bräuchte man ja überhaupt erstmal einen Arbeitsvertrag in den USA, um überhaupt an ein Visum zu kommen (von der Greencard mal ganz zu schweigen), und von Deutschland aus brauche ich sicher nicht in den USA auf Jobsuche zu gehen... Ich habe nämlich auch gelesen, dass von Bewerbern ein fester Wohnsitz in den USA gefordert wird, ansonsten gibt es nicht mal ein Vorstellungsgespräch. Die einzige Möglichkeit auf ein Arbeitsvisum wäre quasi das Sponsoring, was aber eine sehr aufwendige Sache für den Arbeitgeber wäre und ob ich da je eines finden würde in meiner Fachrichtung, darf dann doch bezweifelt werden (Ingenieure, Informatiker etc. hätten es da sicher einfacher). Und die Greencard-Lotterie gibt's natürlich noch, aber auch da sind die Gewinnchancen ja äußerst gering, und selbst wenn man gewinnt, weiß man nie, wann, und kann sein Leben ja gar nicht planen.

    Stand jetzt wäre es also, nach meinem Wissensstand, quasi unmöglich, in die USA auszuwandern, trotz der hohen Bildung, die ich hier genossen habe. Oder habe ich vielleicht noch irgendetwas übersehen? Wie würdet ihr denn meine Chancen auf eine Greencard oder ein H1-B-Visum sehen, wenn ich mein Master-Studium mit einer sehr guten Note abschließe?

    Ich hoffe, es gibt doch noch ein bisschen Hoffnung... Aufgeben will ich noch nicht.

    Vielen Dank schon mal! :)
     
  2. Ulrich

    Ulrich Well-Known Member Citizen

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    Du kannst im Normalfall keine Greencard selber beantragen, sondern der Antrag muss von (D)einem Arbeitgeber eingereicht werden. Und der muss darlegen, warum er keinen Amerikaner bzw. jemanden, der bereits eine Greencard hat, fuer die Position, fuer die er Dich haben will, finden und einstellen kann.

    Von daher ist Deine Aussage im Thread-Titel nicht ganz richtig. Wenn Du einen Master in Engineering oder in Computer Science mit Schwerpunkt Artificial Intelligence haettest, dann waere es fuer Dich ueberhaupt kein Problem, das Sponsoring fuer eine Greencard zu bekommen. Was man mit Linguistik anfangen will/soll ist mir hingegen erstmal nicht so ganz klar. Aber auch Universitaeten brauchen ja Research Assistants oder Professoren, vielleicht kannst Du es ja in dem Bereich mal versuchen...
     
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  4. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Da Du ja noch mitten im Studium bist, würde ich dir empfehlen ein Auslandssemester in den USA zu machen, dann lernst Du zum einen das Leben dort direkt kennen und kannst ein wenig Networking betreiben, welches später hilfreich sein könnte :)
     
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  6. Kresljedos

    Kresljedos New Member

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    Ulrich
    Hey,

    danke für die Antwort! :) Ich habe mich natürlich schon schlau gemacht wegen Jobs, und für mein Berufsfeld gibt es da drüben in den USA tatsächlich tonnenweise Jobs - in fast allen Bundesstaaten! Und in vielen Fällen wird dort sogar nur ein Bachelor-Abschluss gefordert, sprich mit meinem Master hätte ich da vielen anderen wahrscheinlich auch nochmal was voraus, zumindest auf dem Papier... Also mit meinem Abschluss hätte ich dort drüben theoretisch überhaupt kein Problem, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Praktisch gibt es aber das bekannte Problem, dass man nur dann gesponsert wird, wenn der Arbeitgeber dem Staat auch wirklich nachweisen kann, dass es für diese Stelle keinen geeigneten US-Bürger gibt. Deswegen halte ich persönlich die Sache mit dem Sponsoring für unwahrscheinlich, einfach deswegen, weil mein Berufsfeld jetzt auch nichts „Spezielles“ ist (und da bringt es mir natürlich auch nichts, „besser“ zu sein als die US-Bürger, die sich auf diese Jobs bewerben). Das ist beim von dir genannten Berufsfeld „Computer Science mit Schwerpunkt Artificial Intelligence“ natürlich anders ;) Das mit den Unis ist ein guter Hinweis, in so eine ähnliche Richtung soll es tatsächlich gehen bei mir (Bildungseinrichtung, Integrationsstelle, etc.).


    Ezri
    Wegen Auslandssemester habe ich mich schon erkundigt, aber für meinen Studiengang (Romanistik) gibt es da leider nichts in den USA :( Zumindest noch nicht... Vielleicht öffnet sich ja noch eine Tür. Mein Hauptschwerpunkt im Studium ist die spanische Linguistik, ein Thema, das in den USA von Jahr zu Jahr immer wichtiger wird (daher auch die tonnenweisen Jobanzeigen, das ist ein wachsender Markt dort drüben). Aber solange Spanisch nicht als zweite Amtssprache in die Verfassung der Vereinigten Staaten aufgenommen wird, gibt es leider keine Auslandssemester für meinen Studiengang in die USA. Es sei denn, es gibt dort irgendwelche Möglichkeiten, die individuell auf bestimmte Wünsche der Studenten angepasst sind, aber das halte ich eher für unwahrscheinlich :(
     
  7. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Die USA hat gar keine Amtssprache. Englisch hat sich zwar als offizielle Sprache duchgesetzt, aber eine Amtssprache gibt es da nicht. Also wenn man es genau nimmt :)
     
  8. Kresljedos

    Kresljedos New Member

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    Du hast Recht. Habe auch gerade nachgeschaut. Mal schauen was sich machen lässt. Ein Auslandssemester ist nur an einer Partnerhochschule meiner Uni möglich, im stark spanisch geprägten Teil der USA ist die Arizona State University in Phoenix leider die Einzige, aber wenn sich da was machen lässt... Wieso nicht? Da werde ich mich mal zeitnah erkundigen.

    Andererseits bin ich mir, selbst wenn das klappen würde, nicht sicher, inwieweit das dann meine Einwanderungschancen NACH dem Studium erhöht. Oder könnte ein Sponsoring vielleicht wahrscheinlicher werden, wenn ich ein Auslandssemester in den USA vorzuweisen hätte?
     
  9. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Wie ich schon geschrieben habe, nutze das Auslandssemester für Networking und außerdem erlebst Du dann auch den echten Alltag, das sollte man nicht unterschätzen :)
     
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  11. Ulrich

    Ulrich Well-Known Member Citizen

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    Party Schule. Viel Spass. :)

    Wie Ezri schon sagte, benutze die Zeit zum Networking. Wenn Du die Professoren dort kennenlernst, die dann wieder andere Unis/Programme/Professoren kennen, die vielleicht einen RA suchen, und sie Dich dann empfehlen und/oder vermitteln... Zumindest schaden wird es nicht.
     
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  13. Calis

    Calis Active Member

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    Hallo und willkommen erstmal ;)

    Mir stellt sich auch die Frage was ein Linguist eigentlich macht bzw wofür man ihn in der freien Wirtschaft „braucht“?

    Wenn dein Betätigungsfeld eher im akademischen Bereich ist, dann sind die Jobchancen sehr eingeschränkt. Evtl würde dann eine sehr starke Spezialisierung auf NA Gebiete helfen ein Forschungsprojekt zu bekommen, was die Aussicht auf ein Visum erhöht.

    Aber darüber kann ich keine Aussage treffen.
    Meine Vorschreiber haben ja schon einiges erklärt...
     
  14. Ace

    Ace Super-Moderator Mitarbeiter Moderator

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    An den meisten Universitäten in den USA gibt es Studiengänge im Bereich Spanisch, da wird sich sicherlich etwas finden lassen für ein Auslandssemester. :) Wenn jemand dort was mit Sprachen studiert, dann am ehesten Spanisch. Inwieweit man damit dann für einen Arbeitgeber attraktiv wird, schwer zu sagen. Ohne zusätzliche Kenntnisse im Bereich BWL o.ä. wirds wohl etwas schwer, es sei denn, du willst in der Forschung bleiben und kannst dir eine feste Stelle an einer Uni sichern. Wie realistisch das im geisteswissenschaftlichen Bereich ist, bei dem du sicher mit Muttersprachlern konkurrieren wirst - keine Ahnung.
     
  15. Glassplitter

    Glassplitter New Member

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    Wie die Jobchancen in deinem Bereich sind, mag ich nicht zu beurteilen. Das größte Problem hast du aber schon selbst angesprochen: die Jobsuche. Denn rein rechtlich ist es nicht erlaubt, als Tourist einzureisen,um vor Ort auf Jobsuche zu gehen. Auch nicht für Vorstellungsgespräche. Selbst wenn du quasi aus der Ferne einen potentiellen Arbeitgeber finden würdest, muss der auch bereit sein, dir erstmal ein Visum oder eine Greencard zu sponsorn. Leider möchten sich die meisten Arbeitgeber da lieber gerne ins gemachte Nest setzen und verlangen,dass man sowas schon mitbringt. Da beißt sich also ein wenig der Hund in den Schwanz: ohne Job kein Visum/GC und ohne Visum/GC kein Job.
    Den Vorschlag, vielleicht ein Auslandssemester zu machen, kann ich nur unterstützen. Vor Ort könntest du versuchen, Kontakte zu Firmen zu knüpfen udn so vielleicht quasi schonmal einen Fuß in die Tür zu stellen.
     
  16. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Ähm, Du darfst schon auf Jobsuche gehen und auch Vorstellungsgespräche haben, aber halt nicht arbeiten.
     
  17. Calis

    Calis Active Member

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    Was mir gerade noch einfällt, wie wäre es dein(e) letztes(n) Semester und den USA und machst deinen Abschluss dort?
    Es gibt dann nämlich Programme, dass du arbeiten darfst bzw. beim H1B nicht unter das Cap fällst.

    Kenne mich da nicht so genau aus, aber informieren und nachforschen schadet ja nicht.
     
  18. Glassplitter

    Glassplitter New Member

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    Ähm...nicht so ganz. Arbeiten und die aktive Jobsuche sind für ESTA-Reisende verboten, Vorstellungsgespäche hingegen sind erlaubt. Ich würde allerdings bei der Einreise trotzdem nicht damit hausieren gehen. Dass Arbeiten nicht erlaubt ist, ist auch ganz gut an den diversen Fragen im ESTA-Antrag zu erkennen (ob man terroristische Aktivitäten unternehmen will, ob man spionieren will usw). Da ist nämlich auch die Frage dabei, ob man in den USA schonmal auf Arbeitssuche war. Muss man eine dieser Fragen wahrheitsgemäß mit Ja beantworten, fliegt man fast unweigerlich aus dem ESTA-Verfahren. Heißt im Umkehrschluß auch,dass Jobsuche mit ESTA nicht erlaubt ist.
     
  19. Wendy

    Wendy Active Member

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    Glassplitter - das ist in dieser Form nicht richtig. Du darfst mit ESTA sogar Business-Trips unternehmen - und dabei in den USA arbeiten (natürlich nicht für das US-Unternehmen - aber im Rahmen Deiner Arbeit in Deutschland darfst Du natürlich in den USA während der Geschäftsreise Deine Arbeit machen). (nicht zu verwechseln mit einer Entsendung).

    Beispiel: Ich war häufig auf Dienstreisen in den USA - ich habe für einen Reiseveranstalter gearbeitet. Ich für unsere Gruppenreisen im Vorfeld sondiert auf Dienstreisen (Verträge, Hotels, Dienstleistungspartner vor Ort). Und ich war auch dienstlich auf Reisen, die z.B. von Anbietern dort veranstaltet wurden, um uns deren "Produkte" nahezubringen. Z. B. Disneyworld. Das war Arbeitszeit, die Reise wurde finanziert vom Anbieter und meinem Arbeitgeber, ich habe danach eine Reisekostenabrechnung gemacht, einen Reisebericht erstellt mit Angebote usw. Völlig legal.

    Nicht ohne Grund gibt es auch die Frage, was der Zweck der Reise ist - Tourist oder Business (früher auf den gedruckten Exemplaren).

    "Reisezweck: Sie möchten als Tourist oder Geschäftsreisender einreisen."

    Natürlich kann man "sondieren". Das kann man ja auch von Deutschland aus schon machen - und darf selbstverständlich z.B. für ein Vorstellungsgespräch mit ESTA in die USA reisen.

    Das Thema wird natürlich ein anderes, wenn die Frage aufkommt, mit welchem Visum man dort zu arbeiten gedenkt. Insofern ist es natürlich sinnvoll, die Visafrage vorab schon geklärt zu haben - bzw. sich darüber klar zu sein, ob die Firma, auf die man spekuliert, auch bereit ist, das entsprechende Visum zu beantragen.
     
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  21. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Wendy genauso beim Admin, der jetzt im Oktober wieder beruflich rüberfliegt, um in einer Zweigstelle jemanden noch einweist...
     

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